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Gedenken

16.01.2015

Erinnerung an die Deportation

Robert Zollitsch

Zeitzeugen im Donauschwäbischen Zentralmuseum

Nachdem die Rote Armee im Herbst 1944 nach Westen vorgerückt war, begann im Januar 1945 die Deportation von Zivilbevölkerung zur Zwangsarbeit in die Sowjetunion. 120000 Deutsche waren davon betroffen. Ein Viertel von ihnen sollte aus den Lagern nicht zurückkehren. Die Geschichte der Deportation war lange Zeit kein öffentliches Thema. Erst 1995, zum 50. Jahrestag, fand eine erste öffentliche Veranstaltung mit Betroffenen statt.

Anlässlich des 70. Jahrestages treffen sich die letzten Überlebenden am Samstag, 17. Januar, noch einmal in Ulm. Im Mittelpunkt der Begegnung im Donauschwäbischen Zentralmuseum werden neben dem Suchen nach einem bekannten Gesicht die Fragen des Umgangs mit dieser historischen Hypothek stehen.

Welche Lehren ziehen wir aus dieser Geschichte? Was nehmen wir an und geben wir weiter? Diese Fragen stehen über der Zusammenkunft. Zehn Organisationen – neben dem DZM unter anderem mehrere donauschwäbische Landsmannschaften – haben sich für diese zentrale Gedenkveranstaltung zusammengefunden.

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Das Programm beginnt um 11 Uhr mit einer Gedenkfeier, bei der Professor Konrad Gündisch vom Institut für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas an der Ludwig-Maximilians-Universität München spricht. Grußworte kommen unter anderem von Robert Zollitsch, dem emeritierten Erzbischof von Freiburg und ehemaligen Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, der selbst in der Batschka geboren wurde. Musikalisch umrahmt wird die Feier von Liane und Harry Christian.

Um 14.15 Uhr folgt eine szenische Lesung unter dem Titel „Vielleicht heißt die russische Einsamkeit Wanja“. Jim Seclaoui, Hannah Elischer und Simon Rossa tragen Texte von Rainer Biemel, Herta Müller, Oskar Pastior und anderen vor, die sich literarisch mit der Deportation seit den späten 40er-Jahren bis heute auseinandersetzen.

Um 15.30 Uhr treffen sich Experten, Zeitzeugen und Angehörige zu mehreren Podiumsgesprächen über die Verschleppung aus der Heimat, die Arbeitslager und die Folgen für die Familien.

Auf dem Podium nehmen unter anderem die beiden Ulmer Maria Kottsieper, deren Eltern haben sich 1945 in der Deportation im Lager Nr. 1852 in Baschkirien kennengelernt, und Hans Supritz, Bundesvorsitzender der Landsmannschaft der Donauschwaben. Moderiert wird die Veranstaltung von SWR-Hörfunkjournalistin Anita Schlesak. (az)

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