Newsticker

Wirtschaftsweise: Teil-Lockdown kaum Auswirkungen auf Wirtschaftskraft
  1. Startseite
  2. Lokales (Neu-Ulm)
  3. Es gibt viele Gründe für die Friedenswochen

Aktion

08.08.2019

Es gibt viele Gründe für die Friedenswochen

Bunt soll es auch zugehen auf den Ulmer Friedenswochen

Nach langer Pause hat die Veranstaltungsreihe wieder viele Unterstützer. Die Themenpalette ist bunt

Das Leben auf der Erde ist nicht unbedingt sicherer geworden – im Gegenteil, findet Reinhard Köhler. Die Weltlage? „Düster. Wir haben nicht weniger Kriege, sondern mehr“, sagt der altgediente Friedensaktivist. Und dann ist da ja noch „die Verschlechterung der politischen Stimmung durch die Aktivitäten des amerikanischen Präsidenten.“ Das führe zu Verwerfungen, deren Folgen niemand abschätzen könne. Es gibt also genug Gründe, wieder Friedenswochen in Ulm zu veranstalten, findet der überparteiliche Zusammenschluss von 26 Gruppen und Initiativen, die für dieses Jahr 28 Veranstaltungen auf die Beine gestellt haben.

Die starten an einem symbolträchtigen Tag. Am 1. September 1939 begann Hitler-Deutschland den Zweiten Weltkrieg. Genau 80 Jahre später werden die diesjährigen Friedenswochen eröffnet, was natürlich bewusst so gewählt wurde.

Eigentlich war die große Zeit der Friedenswochen, in denen sich stets eine Vielzahl unterschiedlicher Veranstaltungen um das eine Thema dreht, längst vorbei. Zwischen 1977 und 1987, in der Hoch-Zeit der Friedensbewegung und ihrem letztlich vergeblichen Kampf gegen die Nachrüstung, schafften es die Organisatoren, zehn Jahre lang solche Wochen gegen Krieg und Rüstung auf die Beine zu stellen. Dann war Schluss. Erst vor zwei Jahren lebte die Idee wieder auf. Wie Reinhold Thiel vom Organisationsteam beteuert, sei das Interesse sehr groß: „Wir freuen uns riesig, dass so viele Gruppen in Eigenregie etwas veranstalten.“ Diesmal gelang es sogar, Ulms Oberbürgermeister Gunter Czisch als Schirmherrn zu gewinnen. In seinem Geleitwort zu den Friedenswochen, schreibt er, dass „wir“ durchaus etwas tun können, „um der Gewaltspirale ein Ende zu setzen“, indem „wir Menschen, die unter Krieg, Folter und Vertreibung leiden, eine Zuflucht geben.“ Und: „Wir können unsere Stimme erheben.“

Das soll mit höchst unterschiedlichen Veranstaltungen geschehen, die sich mit Rechtsradikalismus und Nationalsozialismus beschäftigen, mit dem Flüchtlingselend auf der Insel Lesbos, mit dem Verbot von Atomwaffen, dem Nahost-Konflikt oder der Enteignung von Kleinbauern, um nur einige Themen zu nennen. Auch das Nato-Logistikkommando in Ulm wird thematisiert. Der Name klinge harmloser als das, was dahintersteckt, meint Reinhold Thiel. Von Ulm aus könnten massive Truppenverlagerungen innerhalb von 30 Tagen organisiert und möglicherweise Kriege in Afrika gelenkt werden.

Künstlerisch setzt sich Marc Hautmann in seinem „Projekt Todesfuge“ mit dem Holocaust auseinander. Er zeichnet jeden Tag 14000 Striche auf Papier – so lange, bis er 6,3 Millionen zusammen hat, die Zahl der von den Nazis ermordeten Juden. Das wird 450 Tage dauern. Im Rahmen der Friedenswoche, die bis zum 29. September dauert, wird er das an mehreren Orten der Stadt öffentlich tun.

Das Programm findet sich unter www.friedenswochen-ulm.de.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren