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Europa: Erhalten statt kaputthauen

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Kommentar Von Ronald Hinzpeter
24.05.2019

Warum wollen sich so wenige zu Europa bekennen? Wir dürfen den Kontinent nicht den Zerstörern überlassen

Liebe Leserinnen und Leser, Sie kennen das ja schon von den anderen Wahlen: Da redet Ihnen in dieser Spalte ein Redakteur ins Gewissen, damit Sie am Sonntag zum Wählen gehen – mal mit guten, mal mit eher lauen Argumenten. Und diesmal? Möchte ich Ihnen natürlich erneut sagen, dass Sie doch bitte Ihre Stimme abgeben sollen, denn es ist heuer vielleicht wichtiger als vor fünf oder zehn Jahren. Denn Europa braucht Freunde; Europa braucht Menschen, die sich zu dieser Union bekennen, die trotz aller Kritik, die man an ihr äußern kann und muss – zu unflexibel, zu bürokratisch, zu selten wirklich einig – Frieden und Wohlstand garantiert. Wir Deutschen profitieren massiv von diesem Binnenmarkt, der unserer exportstarken Wirtschaft einen kaufkräftigen Absatzmarkt bietet. Die Europäische Union garantiert Frieden und Sicherheit in einem Maß, wie es all die Jahrhunderte davor nie möglich schien.

Wir sind faule Europäer

Doch wir sind faul geworden, wir nehmen diese EU einfach als gegeben hin. Sie ermöglicht uns bequemes Reisen, erspart uns die elende Geldwechselei und die horrenden Roaminggebühren beim Telefonieren. Aber dieses Europa ist nicht selbstverständlich, wir müssen darum kämpfen. Die Populisten wollen all das zerschlagen oder nur das Geld nehmen, sich aber nicht an Regeln halten. Die Gefahr war noch nie so groß, dass dieses immer noch erstaunlich stabile Gebilde langsam zerfleddert. Nicht nur Demokratien sterben einsam, wenn sich niemand um sie kümmert. Dann übernehmen die Feinde das Ruder. Sie scheinen in der Regel motivierter, weil es offenbar mehr Spaß macht, Dinge kaputtzuhauen, als zu erhalten.

Europa hat unsere Stimme verdient

Ja, das Europaparlament verfügt über weniger Macht als nationale Volksvertreter-Versammlungen. Dennoch müssen wir es alleine dadurch stärken, dass wir zur Wahl gehen und zeigen: Diese Projekt Europa bedeutet uns etwas. Die Wahlbeteiligung ist dafür ein guter Gradmesser. Sie lag 2014 im Landkreis bei lediglich 37,2 Prozent. Das ist allerdings immer noch mehr als bei der damaligen OB-Stichwahl, da waren’s sogar drei Prozent weniger. Stehen Sie diesem Europa bei, wählen Sie. Dieser Kontinent hat Ihre Stimme verdient.

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