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Universum-Center in Ulm

01.07.2010

Fall Esmeralda: 26-Jähriger festgenommen

Am Sonntagabend ist in der Wohnung eines Mehrfamilienhauses am Rande der Ulmer Innenstadt eine 19 Jahre junge Frau leblos aufgefunden worden. Sie wurde offensichtlich getötet. Die Polizei hat jetzt eine Sonderkommission "Aufzug" eingerichtet.
Bild: Oliver Helmstädter

Nach dem Tod einer 19-Jährigen im Ulmer Universum-Center wurde ein 26-Jähriger festgenommen, der noch im Krankenhaus liegt. Von Michael Ruddigkeit

Im Fall der getöteten Esmeralda H. ist ein 26-jähriger Mann unter dringendem Tatverdacht festgenommen worden. Die Staatsanwaltschaft beantragte Haftbefehl wegen Totschlags. Darüber wird der zuständige Richter am Freitag entscheiden.

Der Tatverdächtige konnte sich zu den Vorwürfen noch nicht äußern. Nach einem Selbstmordversuch liegt er im Krankenhaus und ist derzeit nicht vernehmungsfähig. Aufgrund der bisherigen Ermittlungen und der Auswertung der Spuren gilt der Mann aber als Hauptverdächtiger.

Im Laufe der ersten Vernehmungen hatten Zeugen gegenüber den Polizeibeamten den Verdacht geäußert, dass der 26-Jährige mit der Tat in Verbindung stehen könnte. Dies deshalb, weil den Zeugen bekannt war, dass der Türke sich als Freund der 19-Jährigen bezeichnet hatte. Außerdem wurde über ihn gesprochen, weil er am Sonntagvormittag - also kurz nach dem Mord an Esmeralda H. - versucht hatte, sich das Leben zu nehmen. Er wurde mit schweren Verletzungen in eine Ulmer Klinik gebracht. Dort befand er sich noch gestern, war jedoch nach wie vor nicht vernehmungsfähig. Lebensgefahr besteht laut Staatsanwaltschaft aber nicht.

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Überwachungskamera lieferte Aufnahmen des Mannes

Die Ermittlungen der Kriminalpolizei erhärteten den Verdacht gegen den Mann. Nach Erkenntnissen aus Vernehmungen und der Auswertung der Videoüberwachung des Gebäudes hielt sich der 26-Jährige im Zeitraum zwischen fünf Uhr und kurz nach sieben Uhr im Universum-Center Ulm auf, in welchem die 19-Jährige wohnte und getötet wurde. In diesem Zeitraum, so die Ergebnisse der rechtsmedizinischen Untersuchungen, wurde die junge Frau erstickt.

Die Auswertung der Spuren, die die Kriminaltechniker am Tatort sicherten, bestätigten den Verdacht, dass sich der 26-Jährige, der mit der Bosnierin bekannt war, nicht nur in der Wohnung aufhielt, sondern auch mit der Tat selbst zu tun hat. Aufgrund dieses dringenden Verdachts wurde dem 26-Jährigen am Donnerstag am Krankenbett die Festnahme erklärt. Er wird von Polizeibeamten überwacht.

Esmeralda H. war am Sonntag gegen 19.30 Uhr von ihrer Mitbewohnerin leblos und unbekleidet in der Wohnung im 20. Stock des Universum-Centers entdeckt worden. Der Notarzt konnte nur noch den Tod der jungen Frau feststellen. Nach der Obduktion am folgenden Tag stand fest, dass die 19-Jährige erstickt wurde. Sie wurde vermutlich erdrosselt. Spuren körperlicher Gewalt deuten darauf hin, dass die junge Frau verzweifelt um ihr Leben gekämpft hat. Nach Angaben der Ermittler ist auch ein Sexualverbrechen nicht auszuschließen.

Fokus richtete sich schnell auf den 26-Jährigen

Andere Verdächtige als den 26-Jährigen gibt es momentan nicht. Anwohner und Bekannte der Getöteten hatten schon früh den Verdacht gegen den Mann geäußert, der unglücklich in Esmeralda H. verliebt gewesen sein soll. Die Polizei verfolgte zwar insgesamt 80 Spuren und ermittelt auch derzeit noch in alle Richtungen, doch der Fokus richtete sich schnell auf den 26-Jährigen. Ob die Tat als Mord eingestuft wird, steht laut Michael Bischofberger, dem Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Ulm, noch nicht fest.

In der Familie, bei Freunden, Bekannten und früheren Mitschülern der Christoph-Probst-Realschule und der Fachoberschule Neu-Ulm hatte das Verbrechen an Esmeralda H. für großes Entsetzen gesorgt. Die schöne junge Frau galt als überaus freundlich und war beliebt. Auch ihre Nachbarn können die furchtbare Tat nicht begreifen.

Zuletzt hatte Esmeralda H. in einer Spielothek am Universum-Center gearbeitet, zudem in einem Lokal in der Ulmer Innenstadt, von wo aus Zeugen sie am Sonntagmorgen nach Hause brachten. Dort muss der Bosnierin ihr mutmaßlicher Mörder bereits aufgelauert haben. In der Wohnung fanden sich keine Einbruchsspuren. Esmeralda H. hat ihrem Peiniger offenbar selbst die Tür geöffnet. Von Michael Ruddigkeit

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