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Landkreis Neu-Ulm/Günzburg/Memmingen

09.01.2019

Falsche Polizisten bedrängen Senioren am Telefon

Falsche Polizisten haben versucht, Senioren am Telefon hereinzulegen.
Bild: Alexander Kaya (Symbolbild)

Trickbetrüger haben am Dienstagabend mindestens elf Senioren in der Region angerufen und sich als Polizisten ausgegeben. Was die echte Polizei Betroffenen rät.

Im Landkreis Neu-Ulm wurden zwei potenzielle Opfer angerufen, nämlich in Elchingen und in Gerlenhofen, im Landkreis Günzburg vier (Günzburg, Ichenhausen und Kammeltal) und in der Stadt Memmingen fünf. Das sind jedoch nur die Fälle, von denen die Ermittler erfuhren. Die Beamten gehen von einer Dunkelziffer aus.

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Die Vorgehensweise ist meist gleich: Ein falscher Polizeibeamter meldet sich am Telefon und gibt vor, eine Einbrecherbande festgenommen zu haben. Dieser habe Aufzeichnungen mitgeführt, die auf einen bevorstehenden Einbruch beim Angerufenen hindeuten. Aus diesem Grund sei das Vermögen der Angerufenen in Gefahr; die Polizei werde dieses an sich nehmen, bis die Gefahr beseitigt sei. Nicht nur, dass die Betrüger das Vertrauen der Angerufenen in die Polizei missbrauchen. Sie schaffen es, durch eine technische Manipulation im Display der Angerufenen die Nummer 110 oder der örtlichen Polizei anzeigen zu lassen. So untermauern sie ihre falsche Eigenschaft als Polizeibeamte und erhöhen die Glaubwürdigkeit immens. Oftmals ergaunern die Betrüger von ihren Opfern viele tausend Euro oder Schmuck und Goldbarren, die teilweise von der Bank erst noch abgeholt werden müssen. Sie gelangen an die komplette Altersvorsorge von gutgläubigen Senioren.

Eine Frau wird von Betrügern zwei Stunden lang unter Druck gesetzt

Bei den jüngsten Fällen in der Region blieb es zum Glück beim Versuch. Eine betroffene Seniorin in Elchingen glaubte dem Anrufer nicht, der vorgab, ein Polizist zu sein. Dieser Unbekannte erzählte von einer rumänischen Einbrecherbande, bei der eine Liste mit Namen gefunden worden sei, darunter der der Frau. Die Seniorin legte auf und rief bei ihrer Tochter an, die wiederum die Polizei alarmierte. In Memmingen wurde eine Frau zwei Stunden lang am Telefon hingehalten. Offenbar war bereits ein Geldabholer unterwegs. Als es klingelte, machte die Betroffene jedoch nicht auf und rief die Polizei. Letztlich gingen die mutmaßlichen Betrüger leer aus.

Das Polizeipräsidium Schwaben/Süd-West rät:

  • Geben Sie am Telefon niemandem Auskunft über private und vermögende Verhältnisse.
  • Legen Sie einfach auf und trennen dadurch die Verbindung.
  • Melden Sie den Anruf sofort der Polizei. Ganz wichtig: Wählen Sie hierzu die Nummer Ihrer örtlichen Dienststelle. Die Verbindung muss zuvor getrennt sein; idealerweise nutzen Sie einen anderen Apparat, vielleicht den von Ihrem Nachbarn oder ein Mobiltelefon.
  • Informieren Sie Angehörige oder Nachbarn von dem Anruf und der Betrugsmasche. (az)
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