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Konzert

08.11.2017

Feuriger Tanz

Im Trio Yas haben sich drei Klezmermusiker zusammengetan.
Bild: Arnold

Beim Auftritt des Trios Yas in Weißenhorn bleibt kaum Zeit zum Verschnaufen

Locker und entspannt ging es zu beim „Gipfeltreffen“ des Klezmer mit der Gruppe Yas. Hinter dem Namen stehen drei der versiertesten Musiker im Bereich Klezmer und moderne israelische Musik: der Klarinettist Christian Dawid, die Akkordeonistin Sanne Möricke und der Percussionist Guy Schalom. Die drei vereinen im Trio Yas ihre individuellen musikalischen Erfahrungen und ihre auf Reisen aufgeschnappten Rhythmen und Melodien. Die Melange aus jiddischen, griechischen, türkischen, arabischen und anderen Traditionen wurde auf Einladung der Vhs im Landkreis Neu-Ulm im Barocksaal des Weißenhorner Schlosses zu einem tanzbaren musikalischen Erlebnis – das beim Publikum hervorragend ankam, auch wenn die Aufforderung von Christian Dawid, zu den schönen Melodien doch das Tanzbein zu schwingen, ungehört blieb.

Stattdessen wurde fleißig mit dem Fuß gewippt, hier und da zuckte mancher in seinem Sitz merklich angeregt durch die feurige Musik. „Powerhouse Klezmer“ nennt die Truppe ihre Klezmer-Variante, die sich in Anlehnung an eine besonders rassige Jazz-Art um besonders forsche Tempi bemüht. Entsprechend gab es bei dieser Konzertmatinee kaum Zeit zum Verschnaufen – schnelle Tempi und Tanzmelodien bestimmten den Vormittag.

Christian Dawid spielte mit der Klezmer-Klangwelt perfekt, zwischen traditionell-schluchzender Klarinette und swingend hochtourendem Höhenflug. Auch bei Sanne Möricke am Akkordeon durfte man staunen über die enormen Temposteigerungen und – ganz besonders – die intime Wärme, die sie im Duett mit Dawid aus ihrem Instrument herauskitzelte. Guy Schalom spielte mal druckvoll mit Stöcken und forscher Pauke, dann wieder subtil und schmeichlerisch mit dem Besen. So trug auch er seinen wichtigen Part bei in dieser Erforschung der traditionellen Tanzmusik der osteuropäischen Juden, die bei Schalom oft mit orientalisierenden Motiven vermengt ist.

Dieser Mix machte das Konzert so eindrucksvoll – und so durfte die Truppe ohne Zugaben auch nicht von der Bühne.

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