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Neu-Ulm

20.05.2015

Flüchtlingsströme: Turnhalle wird zum Quartier

Der Flüchtlingsstrom reißt nicht ab, aber die für Asylbewerber angemieten Wohnungen sind belegt: Deshalb bringt der Landkreis Neu-Ulm Hilfesuchende ab der kommenden Woche in der Turnhalle der Neu-Ulmer Berufsschule unter.
Bild: dpa (Symbol)

Bei der Neu-Ulmer Berufsschule stehen 180 Plätze zur Verfügung. Dort sollen die ersten Asylbewerber schon in der nächsten Woche einziehen

Der Flüchtlingsstrom reißt nicht ab, aber die für Asylbewerber angemieten Wohnungen sind belegt: Deshalb bringt der Landkreis Neu-Ulm Hilfesuchende ab der kommenden Woche in der Turnhalle der Neu-Ulmer Berufsschule unter. Dort stehen rund 180 Schlafplätze zur Verfügung. Die notleidenden Menschen sollen durch einen Cateringsservice mit Essen versorgt werden, Duschen und Toiletten stehen zur Verfügung. Aktuell wird ein neuer Boden verlegt, der den Sportboden schützen soll. Tische und Stühle kommen aus der nahen Fachober- und Berufsoberschule. Ein Sicherheitsdienst wird die belegte Halle dann bewachen. Sollte das Neu-Ulmer Gebäude ausgelastet sein, könnte zusätzlich die Turnhalle der Illertisser Berufsschule zur Unterkunft umfunktioniert werdenm hieß es.  

"Wir machen das nicht, weil es uns so gut gefällt", sagte Landrat Thorsten Freudenberger am  Dienstag bei einer Pressekonferenz im Landratsamt. Allerdings sehe man aktuell keine andere Möglichkeit. Denn durch Anmietungen sei nicht ausreichend Wohnraum zu bekommen gewesen, um alle Hilfesuchenden unterzubringen. Trotzdem seien die Mitarbeiter des Landratsamts weiter händeringend auf der Suche nach Wohnraum. Freudenberger: "Das ist auch ein Hilferuf, dass sich die Leute mal mit dem Thema auseinander setzen." Er wünschte sich eine größere Anteilnahme in der Bevölkerung und appellierte an die Kommunen, nach Wohnungen Ausschau zu halten. 

Freudenberger hielt eine Kommunalquote für notwendig - Städte und Gemeinden im Landkreis sollen demnach mindestens ein Prozent ihrer Einwohnerzahl an Flüchtlingen aufnehmen. Während etwa der Pfaffenhofer Ortsteil Kadeltshofen mit 50 Asylbewerbern bei 500 Einwohnern weit darüber liegt, beherbergten andere Kommunen deutlich weniger Flüchtlinge, so Freudenberger. Um die Asylfrage soll es im Juni bei einem runden Tisch mit allen Bürgermeistern gehen.   

Derzeit sind im Kreis Neu-Ulm 750 Asylbewerber untergebracht, dazu zirka 70 in der Gemeinschaftsunterkunft der Regierung von schwaben in Neu-Ulm. Jede Woche kommen 20 bis 30 Menschen hinzu, hieß es bei der Pressekonferenz. Dieser Strom werde in absehbarer Zeit wohl auch nicht abreißen. Ende 2015 werden wohl 1660 Asylbewerber im Kreis leben und damit ein Prozent der Bevölkerung ausmachen.   

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