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Ulm

16.01.2021

Fördergeld vom Bund: Ulmer Roxy soll zum großen Labor für Tanz-Projekte werden

Selbst im Jahr 2020 hat das Roxy sein „ChoreoLab“ veranstaltet – das Prinzip scheint Zukunft zu haben. Einen Tanz zum Motto „Choreographic Failures“, dem Scheitern beim Tanzen, gestaltete 2020 Axel Loubette aus Frankreich.

Plus Pablo Sansalvador kann mit einer finanziellen Stütze von 120.000 Euro das Ulmer Roxy zum Zentrum für sein Tanz-Labor machen. Was er alles plant.

Es sei fast eine Ironie, dass das Roxy für sein Tanzlabor-Projekt ausgerechnet während der Corona-Pandemie 120.000 Euro aus dem Bundesförderungsprogramm „Tanzpakt Reconnect – Stärkung und Zukunftssicherung von Tanzstrukturen“ erhielt, sagt Pablo Sansalvador. Gerade Tanz braucht physische Nähe, Tanz braucht mehr Raum als andere Kunstsparten und nie zuvor war die Zukunft von Tanzprojekten so wenig planbar wie im Moment. Ob man im April starten kann, im Juni oder Juli – Pablo Sansalvador weiß es nicht. Aktuell sind die Bundesfördermittel so gebunden, dass das Geld bis zum 31. Oktober 2021 verwendet sein muss; möglicherweise aber wird das bei andauernder Pandemiesituation verändert, sagt Sansalvador. Man wisse es nicht.

Pablo Sansalvador will im Roxy sein "ChoreoLab" erweitern

Sansalvador, der ab der Spielzeit 2013/14 vier Jahre lang Mitglied im Ballettensemble Roberto Scafatis am Theater Ulm war, ist Initiator und Ideengeber des Tanzlabor-Projekts am Roxy, und gleichzeitig veränderte die Förderung sein eigenes Leben sehr – denn durch die Fördermittel konnte das Roxy ihm eine zunächst auf ein Jahr befristete Vollzeitstelle als künstlerischer Leiter für die Sparte Tanz anbieten. Tanzprojekten im Roxy war der in Aotearoa geborene Neuseeländer mit teilweise spanischen Wurzeln zuvor schon als Organisator des „ChoreoLab“ verbunden.

Über die Wertschätzung für sein „ChoreoLab“ in Ulm freut sich Pablo Sansalvador riesig. Mit der Zeit von Roberto Scafati als Ballettdirektor am Theater Ulm zeichnete sich in der Region ein zunehmendes Interesse für Tanz und für Tanzprojekte ab, sagt er – und das Roxy bietet räumlich und auch von seinem Publikum her ein enormes Potenzial für eine Entwicklung Ulms zu einer Stadt, die im Bereich Tanz weit über die Region hinaus wahrgenommen werden könnte.

PlayLab, ResearchLab und Co.: Das Ulmer Roxy wird zum Tanzzentrum

Auf vier Säulen werden sich die Tanzlabor-Projekte am Roxy stützen. Das „PlayLab“ soll ein Kreativitätsspielplatz für Künstlerinnen und Künstler sein und will beispielsweise auch Fotografen und Schauspieler mit Tänzern zusammenbringen, damit sie gemeinsam Ideen weiterentwickeln können. Es soll einmal pro Monat stattfinden und für einen Austausch und ein stärkeres Netzwerk in der Community der Kreativen sorgen. Das erste geplante „PlayLab“, das am 20. Januar hätte stattfinden sollen, musste aufgrund der Pandemiesituation auf den 17. März verschoben werden.

Das „ResearchLab“ will aufstrebenden wie auch bereits etablierten Choreografen und Choreografinnen eine Plattform geben, Konzepte auszuprobieren und zur Premierenreife zu bringen. Von diesen „ResearchLab“-Veranstaltungen soll es 2021 vier geben. Die Bewerbungsfrist für eine jeweils zwei- bis dreiwöchige Residenz in Ulm im Rahmen des „ResearchLab“ läuft gerade.

Pablo Sansalvador will in Ulm den Austausch unter Tänzern fördern

Für Austausch und Networking soll das „ExchangeLab“ sorgen, durch das das Roxy auch die Toleranz gegenüber verschiedenen Kulturen innerhalb Deutschlands fördern will. Mit dieser Säule will Sansalvador zudem künstlerisch einen Beitrag leisten für eine globale Gesellschaft, und er möchte lokale Strukturen an nationale und internationale anbinden.

Pablo Sansalvador
Foto: Dagmar Hub

Ein eigenes „PerformanceLab“ lädt Compagnien aus der regionalen, überregionalen und internationalen freien Szene zu Gastspielen ins Roxy, wobei Straßentanz ebenso Teil des Konzepts ist wie von der Körpersprache lebendes Theater und experimentelle Arbeiten. Aktuell geplant sind für das laufende Jahr 16 Aufführungen.

Die ChoreoLab-Projekte im Roxy erhalten 120.000 vom Bund

Roxy-Geschäftsführer Christian Grupp ist stolz, dass das Roxy-Konzept unter den 159 Bewerbungen von der Jury als eines der geförderten ausgewählt wurde. „Wir haben Pablos Idee größer gedacht“, sagt Grupp, „haben sie im Sommer entwickelt – und mit dem Geld kann man arbeiten!“ Ähnlich sieht auch Sansalvador den Erfolg: Ulm habe sich mit Blick auf die Kunstsparte Tanz gut entwickelt, „but we can do more!“ – „Aber wir können mehr tun!“.

Die Internetseite mit zahlreichen Informationen zum Roxy-Tanzlaborkonzept wurde in dieser Woche freigeschaltet. Am Sonntag ist im Roxy zudem eine Videoaufzeichnung des Tanztheaterstückes „Women against Violence“ statt, das Carmine Romanos „Laboratorio Danza“ einstudiert hat. Die Premiere war zum Ende 2020 geplant gewesen und musste wegen der Pandemie auf Anfang Februar verschoben werden. Da auch diese Aufführungstermine in der aktuellen Situation wohl nicht haltbar sein werden, soll nun eine Videoaufnahme entstehen.

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