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14.05.2016

Forschung für Feinschmecker

Handschriften-Abend in der Stadtbibliothek

Zum Schluss gab es in zwei großen Körben „Ulmer Zuckerbrot“ – gebacken nach dem Original-Rezept der Jungfer Anna Magdalena Kindsvatterin. So vermerkt es das Titelblatt ihres handgeschriebenen Rezeptbuchs, das sie in den Jahren nach 1800 aufzeichnete. Es gehört zu zwölf ausgewählten Handschriften der Stadtbibliothek, die Studenten der Universitäten Mannheim und Heidelberg zurzeit erforschen – nicht zuletzt durch eigene Backkostproben. Anlässlich des 500-jährigen Jubiläums der Bibliothek stellten sie ihre Forschungsobjekte in einer Art „Science Slam“ vor.

Im Fünfminutentakt wechselten, jeweils durch ein Bild veranschaulicht, Aufzeichnungen zu mathematischen Problemen mit Landschaftsdarstellungen aus Kriegszeiten, die Chronik der Ulmer Familie Schefold mit einem „Reißbüchlein“ des Apothekers Wilhelm Mair, in dem der in Lauingen Geborene ab 1637 seine Reise-Erlebnisse mitten durch die Kampfgebiete des Dreißigjährigen Kriegs aufzeichnete. Der Wechsel der Vortragenden, aber auch deren Erkenntnisse entwarfen ein vielfältiges Puzzle der Ulmer Geschichte.

Das späte Mittelalter wurde durch eine theologische Sammelhandschrift aus dem Wengenkloster repräsentiert, zwei Musikstudierende erläuterten Handschriften der Ulmer Meistersinger und nur bei der handgeschriebenen Schulordnung des Ulmer Gymnasiums von 1740 musste der Berichterstatter offenlassen, ob das umfangreiche Schriftstück nicht vielleicht das Ergebnis einer Strafarbeit war. Es trägt nämlich den Vermerk eines „M. P. Bischoff“, der sich selber als Schüler der Abschlussklasse outet. (us)

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