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Ulm

31.01.2019

Frankreichs Botschafterin besucht Ulm

Botschafterin Anne-Marie Descôtes trägt sich ins Goldene Buch der Stadt Ulm ein. Schräg links hinter ihr Honorarkonsul Patrice Pélissier.
Bild: Alexander Kaya

Die Diplomatin Anne-Marie Descôtes stellt im Rathaus den für die Region zuständigen Honorarkonsul vor. Was die Aufgaben des Wahl-Augsburgers sind.

So hochrangig und so französisch geht es selten zu im Rathaus. Zur Vorstellung des für Ulm und Umgebung zuständigen neuen französischen Honorarkonsuls kam mit Anne-Marie Descôtes gleich die Botschafterin Frankreichs nach Ulm. Nach einer Stippvisite beim höchsten Kirchturm der Welt vor 30 Jahren war es für die 59-jährige, gelernte frühere Deutschlehrerin der zweite Besuch in der Münsterstadt. Ulm sei ein wichtiger Ansatzpunkt des jüngst in Aachen unterschriebenen Vertrags über die deutsch-französische Zusammenarbeit und Integration. Mit dem Papier werde etwa ein deutsch-französisches Bündnis im Bereich Batterie-Forschung angestrebt, einem Feld in dem Ulm eine starke Stellung habe.

„Ich habe Französisch in der Schule abgewählt“, sagte OB Czisch, der sichtlich froh war, mit der Botschafterin und dem neuen Honorarkonsul für den Bereich Ulm bis Augsburg, Patrice Pélissier, Deutsch reden zu können. „Der Rhein war Ausgangspunkt der Europäischen Idee, die Donau ist ihrer Fortsetzung.“ Und genau hier ist Patrice Pélissier der Franzose vom Dienst im Auftrag Macrons. Seinen Dienstsitz hat Pélissier in Augsburg, denn hier gebe es mit Firmen Premium Aerotec, der Airbus-Ausgliederung, mehr Unternehmen mit Bezug zu Frankreich. „Doch es ist ja nur ein Katzensprung nach Ulm“, sagt Pélissier. Im Unterschied zu einem Generalkonsul sei ein Honorarkonsul nicht für die Verwaltung einer bestimmten Gemeinde im Ausland verantwortlich. Im Gegensatz zu seiner Chefin der Botschafterin ist Pélissier kein Beamter des Außenministeriums, sondern eine ehrenamtlicher Mitarbeiter im öffentlichen Dienst.

Honorarkonsul will "Türöffner" und "Brückenbauer" in Ulm und Neu-Ulm sein

„Als Honorarkonsul sehe ich mich sowohl als einen Türöffner, als auch als einen Brückenbauer“, sagt der Mann, der 18 Jahre eine Firma in Aichach leitete. In seinen vielen Jahren in Deutschland konnte der neue Konsul keine signifikanten Unterschieden der Unternehmerkulturen in Deutschland und Frankreich ausmachen. Seine Erfahrung lehre ihn, dass Unternehmer dem deutschen und französischen Mittelstand viel mehr Gemeinsamkeiten haben, als sie denken. Die Kulturen inhabergeführter Unternehmen existiereten grenzüberschreitend.

Seine Klientel von Ulm bis Augsburg bestehe aus drei Gruppen: Franzosen, die schon lange in Bayern leben, die oft einen Partner aus dem anderen Land haben und eine deutsch-französische Familie gegründet haben. Dann „Expatriés“, die aus beruflichen Gründen meist ein bis drei Jahre nach Deutschland kommen. Und nach noch Studenten und Start-up-Gründer.

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