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Weißenhorn

22.03.2020

Franz-Martin-Kuen-Preis: Selbstporträts in der Ära des Selfies

Die Preisverleihung fand in einem ganz kleinen Rahmen statt: (von links) Matthias Kunze, die Preisträgerinnen Carmen Malena und Sylvia d‘Amora, Ulrich Hoffmann.
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Die Preisverleihung fand in einem ganz kleinen Rahmen statt: (von links) Matthias Kunze, die Preisträgerinnen Carmen Malena und Sylvia d‘Amora, Ulrich Hoffmann.

Plus Der Franz-Martin-Kuen-Kunstpreis ist zum zweiten Mal vergeben worden. Das Coronavirus stoppt nun aber die Ausstellung in Weißenhorn.

„Ich im Bild“, so heißt das Thema des diesjährigen Franz-Martin-Kuen Kunstpreises, der nun zum zweiten Mal vom Weißenhorner Heimat- und Museumsverein vergeben wurde. Carmen Malenya zählt zu den zwei Gewinnern. Für ihr Aquarell „Ich male mein neues Fahrrad“ erhält die junge Frau den Jugendpreis. Ihr Bild zeigt ein Zweirad durch die Linse einer Kamera. Der Finger ruht schon auf dem Auflöser. Scharf und klar richtet sich der Blick auf das Ziel, ein mintgrünes Fahrrad vor sonniger Landschaft. Wer bekäme da nicht Lust, loszufahren in die blühende Natur? Oder handelt es sich nicht um eine Kamera, sondern um einen Bilderrahmen? Die Finger, die den Rahmen berühren, legen das nahe. Auch der monoton blaue Hintergrund bestärkt den Eindruck.

Coronavirus stoppt die Ausstellung zum Franz-Martin-Kuen-Preis

Eigentlich sollten die Werke des Wettbewerbs am 13. März im Rahmen einer Ausstellungseröffnung prämiert werden. Wie die allermeisten öffentlichen Veranstaltungen wurde auch diese Vernissage aufgrund der Corona-Epidemie abgesagt. Der Vorsitzende des Heimat- und Museumsvereins Ulrich Hoffmann und auch der Leiter des Heimatmuseums Matthias Kunze haben aber die Hoffnung noch nicht aufgegeben, die eingereichten Werke in einer „Finissage“ doch noch der Öffentlichkeit zeigen zu können. Durch den derzeitigen Umbau des Museums sollte die Präsentation im Treppenhaus des Alten Schlosses stattfinden. Der Zugang ist aber versperrt, ebenso der Besuchereingang zum Rathaus.

Ein Gewinnerbild: „Evolution“ von Sylvia d’Amora.

„I never paint dreams or nightmares, I paint my own reality“ – dieser Spruch von Frida Kahlo, sie male niemals Träume oder Albträume, sondern nur ihre eigene Wirklichkeit, begleitet auf dem zweiten Gewinner-Bild die berühmte mexikanische Künstlerin, mit selbstbewusstem Blick. Stylisch wirkt die junge Frau an ihrer Seite, posierend mit dem Smartphone. Das Bild zeigt die Suche nach Identität. „Who am I“ – Wer bin ich? „Evolution“ ist der Titel des Gemäldes, einer collagenhaften Reise durch Raum und Zeit, geschaffen von Sylvia d‘Amora, die hierfür den Erwachsenenpreis erhält.

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Franz Martin Kuen inszenierte sich gerne selbst in Bildern

Dem Thema haben sich einige der eingereichten Kunstwerke verschrieben, ganz im Sinne des Weißenhorner Malers Franz Martin Kuen, der auch sich selbst gerne in seine Gemälde hineininszenierte. Rund 80 Bilder seien abgegeben worden, berichtet Hoffmann stolz. In einer Ansprache hielt der Vorsitzende ein Plädoyer für den Blick auf das eigene Ich: „Gesunde Selbstliebe basiert auf Selbstannahme – mit allen Schwächen und Fehlern. Sie ist die Voraussetzung für emotionale Stabilität und die Fähigkeit, zu lieben – also alles andere als egoistisch.“ In einer Zeit von Nachbarschaftshilfe einerseits und rücksichtslosen Hamsterkäufen andererseits sollten diese Worte hellhörig machen.

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