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Ulm

07.09.2019

Frau kann dank Operation in Ulm wieder klar sehen

Berit Vogel, im Bild mit dem behandelnden Arzt Arne Speidel, kann nach der erfolgreichen Transplantation wieder sehr gut sehen.
Bild: Matthias Schmiedel/Uniklinikum

Berit Vogel drohte zu erblinden, das 1000. Hornhauttransplantat am Uniklinikum Ulm rettete ihr Augenlicht. Die Frau und ein Arzt sprechen über die Operation.

Verblasste Farben und verschwommene Kontraste – mehr konnte Berit Vogel aufgrund einer Erkrankung der Augenhornhaut nicht mehr sehen. Über Jahre war ihre Sehkraft immer schlechter geworden und sie drohte zu erblinden. Dank der erfolgreichen Transplantation zweier Augenhornhäute an der Ulmer Uniklinik für Augenheilkunde kann sie heute wieder sehr gut sehen. Wie sie profitieren viele Patientinnen und Patienten von Hornhautspenden. Im August wurde am Universitätsklinikum Ulm nun das 1000. Hornhauttransplantat entnommen.

Rund vier Jahre nach Inbetriebnahme der Hornhautbank kann sich die Klinik für Augenheilkunde über eine sehr hohe Spendebereitschaft in der Bevölkerung freuen, die seit dem vergangenen Jahr stark gestiegen ist. Die Gewebespende ermöglicht vielen Patienten mit einer Veränderung der Augenhornhaut – beispielsweise aufgrund von Verletzungen oder erblich bedingten Krankheiten – eine Wiedergewinnung ihrer Sehkraft. „Wir erhalten über 80 Prozent unserer Sinneswahrnehmungen über die Augen. Das macht sie zu unserem wichtigsten Sinnesorgan. Eine Erblindung oder starke Minderung der Sehkraft ist daher eine riesige Einschränkung im täglichen Leben“, erklärt Professor Dr. Gerhard Lang, Ärztlicher Direktor der Klinik für Augenheilkunde. „Daher möchte ich die Gelegenheit nutzen, um allen Spenderinnen und Spendern aber auch deren Angehörigen zu danken.“

Hornhautspende: Operation am Universitätsklinikum Ulm

Da es sich bei Augenhornhäuten um nicht-durchblutetes Gewebe handelt, ist eine Entnahme bis zu 72 Stunden nach dem Tod möglich. „In der Regel gilt: Personen, die Blut spenden dürfen, können auch ihre Augenhornhaut spenden“, so Assistenzarzt Arne Speidel von der Klinik für Augenheilkunde. Ebenso ist die Transplantation aufgrund der immunologischen Beschaffenheit der Hornhaut weniger kompliziert. In einer einstündigen Operation wird die Hornhaut behutsam transplantiert. Anschließend verbringen Patientinnen und Patienten eine Woche in der Klinik für Augenheilkunde. „Unsere Patienten bekommen nach der Transplantation gut verträgliche Medikamente. Antibiotische und cortisolhaltige Augentropfen werden verabreicht, bevor dann die Nachsorge in der Regel bei einem niedergelassenen Augenarzt erfolgt“, erläutert Assistenzarzt Arne Speidel.

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Berit Vogel kann nach der erfolgreichen Transplantation wieder normal sehen, nur am Computer und zum Lesen braucht sie eine Brille. Besonders die kräftigen Farben, die sie kurz nach der Transplantation wieder sehen konnte, haben sie beeindruckt. „Ich glaube, das kann niemand nachvollziehen, der das nicht erlebt hat. Ich bin sehr dankbar, dass es Menschen gibt, die bereit sind, ihre Augenhornhaut zu spenden“, sagt die 54-Jährige. (az)

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