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Neu-Ulm

13.01.2014

Funkmast auf Asylbewerberheim stört Anwohner

Das Objekt der Verärgerung: Der Funkmast in der Eckstraße.
Bild: Böhm

Seit eine Antenne in der Eckstraße platziert wurde, sorgen sich die Nachbarn. Doch rechtlich können sie wohl nichts ausrichten.

Gerlinde Baßel ist beunruhigt. Wenn sie aus dem Fenster ihrer Wohnung in der Luitpoldstraße blickt, sticht ihr seit einigen Wochen ein meterhoher Mobilfunkmast ins Auge. In einer „Nacht- und Nebelaktion“ sei dieser auf dem benachbarten Gebäude in der Eckstraße platziert worden.

Seither machen sich Baßel und einige ihrer Nachbarn Sorgen. Um die eigene Gesundheit mit einem solchen Masten vor der Nase. Aber auch um das Wohl der direkt unter dem Mast Wohnenden. Denn ausgerechnet in diesem Haus ist die Neu-Ulmer Sammelunterkunft für Asylbewerber untergebracht. „Nicht genug, dass unsere Asylbewerber unter beengten, notdürftigen und teils menschenunwürdigen Bedingungen ihr Asylrecht wahrnehmen müssen, so hat ein Mobilfunkanbieter auch noch die Unverfrorenheit, mitten auf das Dach einen riesigen Funkmasten zu errichten“, schimpft Baßel.

Die Strahlung in der gegebenen kurzen Distanz sei den Bewohnern des Hauses und den umliegenden Anwohnern „sicher nicht zuträglich.“ Zudem sinke dadurch die Wohnqualität in dem Viertel und auch der Wert umstehender Immobilien. Unzählige Telefonate hat sie seither geführt, um herauszufinden, ob denn ein solcher Mobilfunkmast nicht zu verhindern wäre. Wirklich weitergekommen ist sie dabei allerdings nicht.

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Denn rein rechtlich ist der Mast in der Eckstraße – wie die rund 30 anderen im Stadtgebiet auch – unbedenklich. Das versichert zumindest die Bundesnetzagentur, die derartige Antennen genehmigen muss und dabei überprüft, ob gewisse Richtwerte eingehalten werden. So geschehen auch bei dem Mast auf dem Asylbewerberheim, dem die Agentur im Oktober des vergangenen Jahres die nötige Standortbescheinigung ausstellte.

Prinzipiell ist der Eigentümer eines Gebäudes dafür verantwortlich, ob und welche Antenne bei ihm aufs Dach kommt. Im Fall des Hauses in der Eckstraße sah dieser offenbar kein Problem darin, dort einen Funkmasten aufzustellen und gab der Telekom, dem dazugehörigen Betreiber, das Okay. „Nach unseren Informationen erfolgte die Errichtung auf Veranlassung beziehungsweise mit Zustimmung des privaten Grundstückseigentümers“, erklärt ein Sprecher der Regierung von Schwaben und verweist darauf, dass der Freistaat Bayern das Gebäude für die Gemeinschaftsunterkunft gemietet hat.

Gerlinde Baßel hilft das freilich nicht weiter. Im Gegenteil, sie befürchtet gar, dass aufgrund des „einfach zu beziehenden Standorts“ weitere Anbieter angelockt werden könnten.

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