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Standortfrage

28.07.2012

Funkmasten aus dem Zentrum verbannen

Räte wollen Pfaffenhofener vor Strahlen schützen. Anbieter droht mit Klage

Pfaffenhofen In der letzten Sitzung vor der Sommerpause haben die Markträte noch einige Projekte vorangebracht. Hauptsächlich ging es dabei um die Mobilfunkversorgung und die neue Kinderkrippe im Ortsteil Berg. Ein Überblick.

Kinderkrippe: In einem Anbau an der Kindertagesstätte „Sonnenschein“ in Berg sollen zwei Krippengruppen für insgesamt 24 Kinder untergebracht werden. Die Rohbauarbeiten können nach dem Willen der Markträte jetzt in Auftrag gegeben werden. Dafür wurden Kosten in Höhe von rund 150000Euro veranschlagt. Das Gremium ermächtigte Bürgermeister Josef Walz, während der Sitzungspause weitere Aufträge zu vergeben.

In der Sitzung ging es außerdem um die Betreuung der Krippenkinder. Statt dass – wie üblich – zehn Kinder von einer Person betreut werden, hatte die Arbeiterwohlfahrt als Trägerin der Kindertagesstätte beantragt, dass ein Betreuer für nur acht Kinder zuständig sein sollte. So könne eine hochwertige Betreuung gewährleistet werden, hieß es. Bürgermeister Walz erinnerte daran, dass derselbe Betreuungsschlüssel in der Kinderkrippe St. Martin gelte und nach den bisherigen Erfahrungen besser geeignet sei. Neues Personal sei nicht nötig, teilte der Rathauschef auf Nachfrage mit. Stattdessen sollten die Stundensätze der Betreuerinnen angepasst werden. Die Markträte stimmten zu.

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Mobilfunk: Per Bebauungsplan will die Marktgemeinde ihre Bürger vor Strahlenbelastung durch Mobilfunk schützen. Ein Gutachter des Umweltinstituts München hatte bereits im Juni einen Plan vorgestellt: Einerseits soll eine flächendeckende Versorgung des Markts mit allen Ortsteilen möglich sein – andererseits aber weder die Gesundheit der Einwohner noch das Ortsbild beeinträchtigt werden. Jetzt präsentierte Städteplaner Erwin Zint Entwürfe. Er hatte aufgrund des Gutachtens 14 mögliche Standorte für Funkmasten ausgemacht, sie befinden sich außerhalb des Ortskerns. Weitere Voraussetzungen – wie die Fragen, in wessen Eigentum sich diese Standorte befinden oder ob die Grundstücksbesitzer mit dem Aufbau einverstanden sind – müssen noch geklärt werden. „Wir legen mit dem Plan nicht fest, wo die Masten gebaut werden, sondern nur, wo sie gebaut werden dürfen“, stellte Rathauschef Walz klar. „Welche Standorte tatsächlich genutzt werden, müssen die Mobilfunkanbieter entscheiden.“ Die Entwürfe wurden vom Gremium abgesegnet, damit im nächsten Schritt Öffentlichkeit und Behörden Stellung nehmen können.

Firma will Mast mitten im Ortskern aufstellen

Die Planung in trockene Tücher zu bekommen, sei für die Marktgemeinde wichtig, so Walz. Denn ein Mobilfunkanbieter hat bereits mit Klage gedroht: Sein Vorhaben, auf einem Dach mitten im Ortszentrum einen Funkmasten anzubringen, hatte die Gemeinde abgelehnt. Dass die Marktgemeinde im Falle eines Rechtsstreits unangreifbar ist, konnte Zint nicht zusichern. Zahlreiche juristische Aspekte müssten abgewogen werden, aber die Rechtsprechung zum Thema sei noch nicht abschließend, sagte der Städteplaner. Die Marktgemeinde wird daher zusätzlich von einem Rechtsbeistand beraten.

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