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Kreis Neu-Ulm

27.04.2015

Fußball-Schiedsrichter hört nach Drohungen in Senden auf

Ohne Schiedsrichter kein Fußball-Spiel. Doch oft sind Unparteiische wie Dominik Gavranaj Ziel von Angriffen. In Senden wurde er geschlagen, in Beuren bedroht.
Bild: Alexander Kaya

Fußball-Schiedsrichter Dominik Gavranaj hört auf, nachdem ein Fan ihm droht. Erst vor einem Monat schlug und trat ein Trainer den Referee - die Polizei musste einschreiten.

Manche Erlebnisse sind wohl doch schwer zu verarbeiten: Schiedsrichter Dominik Gavranaj, der vor vier Wochen bei einem Fußballspiel in Senden tätlich angegriffen wurde, will die Pfeife niederlegen. Während eines Einsatzes in Beuren am Wochenende kam es zu einem Zwischenfall, aufgrund dessen sich der 19-jährige Referee aus Holzheim entschloss, seine Tätigkeit als Unparteiischer aufzugeben.

Das B-Junioren-Spiel der SGM Beuren/ Pfaffenhofen gegen die TSG Söflingen selbst verlief vollkommen friedlich. Als die Spieler der Heimmannschaft sich auf dem Platz uneins waren, wollte einer der Fans sie neu motivieren: „Hört auf, euch gegenseitig anzumeckern, spielt lieber Fußball“, rief er aus einiger Entfernung laut aufs Spielfeld. Mit diesem Einwurf war der Schiedsrichter offenbar nicht einverstanden.

Mann deutet an, dass er Schiri Gavranaj die Kehle durchschneidet

Er wies den Mannschaftsführer der Heimmannschaft an, den Fan vom Platz zu schicken. Um den Spielfluss nicht zu unterbrechen, übernahm statt seiner der Trainer diese Aufgabe. Er teilte dem Fan die Entscheidung des Schiedsrichters mit.

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Dieser reagierte überrascht, ungehalten und unangemessen: Im Weggehen drehte er sich noch einmal zum Schiedsrichter um, zeigte den Mittelfinger und fuhr sich mit dem Zeigefinger am Hals entlang. Eine Geste zu viel für Schiedsrichter Gavranaj: Er pfiff die Partie, die noch etwa zwanzig Minuten hätte laufen müssen, sofort ab.

Der Fan entschuldigt sich vergeblich

„Das war eine Bedrohung“, schilderte Gavranaj unmittelbar nach dem Vorfall gegenüber unserer Zeitung seine Sicht der Ereignisse. Der junger Schiedsrichter wurde erst vor einem Monat von einem Jugendtrainer getreten, geschlagen und beleidigt. Seine persönliche Konsequenz: „Ich habe gerade mit meinem Obmann telefoniert, ich werde nicht mehr pfeifen“.

Dass der Fan vom Spiel in Beuren direkt zu ihm gekommen war, um sich für seine Unbeherrschtheit zu entschuldigen, wollte er nicht gelten lassen: „Sich hinterher zu entschuldigen, ist immer leicht.“ Fußballabteilungsleiter Daniel Schaffer vom Sportverein Beuren, bei dem sich der Vorfall ereignete, sagt: "Wir sind um Klärung der Situation bemüht.“

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