klosterhof Wiblingen

06.06.2017

Gib alles!

Nur die Harten halten 20 Jahre lang durch: In Extremo zelebrieren nun schon seit zwei Jahrzehnten ihren Mittelalter-Rock und sind immer noch nicht müde geworden.
Bild: Andreas Brücken

Die harten Mittelalter-Rocker von In Extremo zeigen sich in Söflingen auch von der netten Seite

Es knallt, es brennt und scheppert. Dazu tönen lautstark Marktsackpfeifen, E-Gitarren und hämmernde Bässe. So hätte es also geklungen, wenn unsere Vorfahren vor rund 1000 Jahren schon Rockmusik gemacht hätten.

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In Extremo sind die Herren des „Mittelalter Rock“. Im Hof des Söflinger Klosters hatten die sieben Musiker die passende Kulisse. Stammt doch die Anlage im Kern aus dem 13. Jahrhundert.

Sänger Michael „Das letzte Einhorn“ Rhein stellt mit Blick auf die alte Kirche gegenüber der Bühne fest: „Ein schönes Gebäude – und die Glocken funktionieren wohl noch immer.“ Doch der Glockenklang kommt gegen die aufgetürmten Lautsprecher nicht an. Schon gar nicht, wenn „Das letzte Einhorn“ mit martialischem Pathos und rollenden „R“ die Hits der Band aus den vergangenen 20 Jahren singt. Der Mann gibt alles.

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Insgesamt acht Alben hat die Band im Mittelalterstil seither in den deutschen Charts platziert und sich einen treuen Freundeskreis sichern können, der beim Konzert in Söflingen fast wie uniformiert seine Treue in passender Bekleidung bekundet. „20 Jahre, wir machen ein Fass auf“, ist auf den Jubiläums- Shirts zu lesen. Dazu trägt der Mittelalterrocker Schwarz oder Schottenmuster.

Doch so düster wie das Mittelalter scheint, sind weder die Fans noch die Männer auf der Bühne. Ganz viel Herz zeigt Sänger Rhein, als er zwei kleine Buben aus dem Publikum zu sich nach oben holt. Die Zwillinge dürfen sogar mit der Band und unter dem Applaus der Besucher zum Selfie posieren.

Als die Band „Sternhagelvoll, zwei Promille überm Soll“ spielt, haken sich die Rockfans unter und schunkelten reihenweise zum wummerenden Takt. Rund 1500 Freunde des Dudelsck-Hardrocks sind in den Klosterhof gekommen und halten trotz des einsetzenden Reges bis zum Schluss aus. Spontan entschieden sich die Musiker deshalb, nahtlos in den Zugabenteil überzugehen, damit ihre Fans nicht länger im Nass stehen müssen. Von wegen kaltes Mittelalter.

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