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Millionenprojekt

12.10.2012

Glacis-Galerie: Baubeginn hängt jetzt von den Klägern ab

Noch immer ist unklar, wann mit dem Bau der Glacis-Galerie an der Bahnhofstraße in Neu-Ulm begonnen wird. Weil zehn Anlieger gegen die Baugenehmigung klagen, zögert die Investorengruppe „Procom“. Sobald dieses Problem vom Tisch ist, sollen die Bagger anrollen.

Procom-Manager will noch immer keinen Termin für Baubeginn nennen

Neu-Ulm Nachdem sich die Manager der Hamburger Investorengruppe Procom immer wieder korrigieren mussten beim Termin für die Eröffnung der Glacis-Galerie, sind sie offenbar vorsichtig geworden bei der Einschätzung, wann der Einkaufstempel fertig sein wird. Auf Nachfragen aus den Reihen der Neu-Ulmer Stadträte blieb Procom-Projektleiter Detlef Samland die Antwort schuldig. Das Unternehmen scheue offenbar das Risiko, wie die von zehn Anliegern angestrengte Klage vor dem Verwaltungsgericht ausgeht. Und noch ein Problem plagt Procom: Wenn sich der Zeitpunkt der Fertigstellung immer wieder verzögert, werden die Mieter nervös, was umfangreiche Nachverhandlungen notwendig gemacht hat.

Das rund 130 Millionen teure Projekt an der Bahnhofstraße lässt sich nicht so schnell und nicht so einfach realisieren, wie sich das die Investorengruppe offensichtlich vorgestellt hat. Ursprünglich sollte der Einkaufstempel schon im Oktober 2010 eröffnet werden, dann wurde der 11.11.2011 genannt. Nun lassen sich die Chefs des Unternehmens kein Datum mehr entlocken.

Die Stadt Neu-Ulm hat den Weg für den Bau des Millionenprojektes erneut freigemacht und den Bebauungsplan geändert. Das sogenannte Haus an der östlichen Grundstücksgrenze ist nun ausgeklammert worden, da die Besitzer zu einem Verkauf unter den von Procom angedachten Konditionen nicht bereit waren. Baurecht hat Procom schon seit April dieses Jahres.

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Maier: „Wann geht es endlich los?“

Warum nicht längst die Bagger auf dem Gelände angerückt sind, wundert nicht nur die Stadträte: „Wir haben sehr vieles zeitgerecht auf den Weg gebracht und fragen uns, wann geht es endlich los“, fragte in der jüngsten Sitzung des Neu-Ulmer Stadtrates etwa Dr. Bernhard Maier (CSU). Eine Antwort bekam er und auch die übrigen Stadträte nicht im nicht geheimen Teil der Sitzung.

Projektleiter Detlef Samland wollte die Karten nur in nicht öffentlicher Sitzung auf den Tisch legen, weil er auch möglichen Konkurrenten im Kampf um Marktanteile nicht zu viel verraten will.

Bauzeit beträgt rund zwei Jahre

Wie bekannt wurde, rechnet Procom mit einer Bauzeit von 22 bis 24 Monaten.

Der Startschuss soll aber erst fallen, wenn der Ausgang der von den nördlichen Anliegern angestrengten Klage abzusehen ist. Zehn Anlieger klagen, weil sie Lärm und schädliche Abgase aus den Entlüftungsschächten des riesigen Gebäudekomplexes fürchten. Nach wie vor versucht Procom, sich mit den Klägern außergerichtlich zu einigen. „Wir wollen die Sache so schnell wie möglich vom Tisch haben“, sagte Detlef Samland gestern.

In Kürze treffen sich die Manager erneut mit den Klägern, sagte Samland. Sollte dabei eine Einigung erzielt werden, werde im nächsten Jahr mit dem Bau begonnen.

Den Projektmanager beschäftigt aber noch ein anderes Problem. Der in den Vorverträgen mit den potenziellen Mietern vereinbarte Eröffnungstermin lässt sich längst nicht mehr halten, nun muss nachverhandelt werden. Eine nicht einfache Angelegenheit, da auch bei den Mietern Zweifel aufgekommen sind, wann und ob der Einkaufstempel gebaut wird.

Nach vorliegenden Informationen ist Samland allerdings vehement Gerüchten entgegengetreten, dass schon die ersten wichtigen Mieter abgesprungen seien und somit das Zustandekommen des Vorhabens gefährdet sei.

Mehr als 70 Prozent der 35000 Quadratmeter Mietfläche sei vermarktet, darunter an Media-Markt, C&A, KL-Ruppert und Rewe. Allerdings musste Samland alle Mieter abklappern und mit ihnen Anschlussverträge aushandeln. Eine nicht einfache Angelegenheit, da möglicherweise Schadensersatzforderungen im Raum stehen, wenn sich der Eröffnungstermin nicht halten lässt.

Parallel dazu laufen die Verhandlungen mit Interessenten, die als Generalunternehmen das Glacis-Center bauen wollen.

Drei seien in die engere Wahl gekommen. Wer den Zuschlag erhält, werde noch in diesem Jahr entschieden.

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