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Personalfrage

20.04.2012

Großandrang auf Baur-Nachfolge

200 Bewerber aus dem ganzen Bundesgebiet. Vier in der engeren Wahl

Neu-Ulm Beim Kreisverband Neu-Ulm des Bayerischen Roten Kreuzes sind rund 200 Bewerbungen auf die neu zu besetzende Stelle des Kreisgeschäftsführers eingegangen. Nach vorliegenden Informationen sind vier Bewerber in die engere Wahl gekommen, darunter auch Stefan Kast, der seit der Suspendierung von Alfred Baur kommissarischer Geschäftsführer ist. Am heutigen Freitag beginnen die Vorstellungsgespräche. Möglicherweise wird der Neu-Ulmer Oberbürgermeister Gerold Noerenberg als Kreisvorsitzender des Roten Kreuzes schon in der kommenden Woche die Personalentscheidung bekannt geben.

Das Interesse an der Stelle ist riesengroß. BRK-Insider führen dies darauf zurück, dass die Stelle gut dotiert ist. Alfred Baur hatte nach seinen Angaben beim Arbeitsgericht in Neu-Ulm zuletzt 7000 Euro im Monat verdient. Laut der jüngsten Stellenausschreibung lockt dazu noch ein Dienstwagen, der auch für die private Nutzung zur Verfügung steht. Allerdings sind auch die Anforderungen an den neuen Mann an der Spitze der BRK-Geschäftsstelle am Pfaffenweg hoch. Der künftige BRK-Chef soll die Organisation mit 1900 Ehrenamtlichen und 100 Hauptamtlichen im Landkreis führen. Der Kreisverband zählt zudem rund 104500 Fördermitglieder. Deshalb muss laut Stellenausschreibung Baurs Nachfolger Erfahrung in einer „Non-Profit-Organisation“ mit „stark ehrenamtlich geprägten Strukturen“ mitbringen und in der Lage sein, die ehrenamtliche Tätigkeit zu schätzen und zu fördern. Ferner sollten Bewerber ein abgeschlossenes Hochschulstudium oder eine Ausbildung im kaufmännischen Bereich mitbringen.

Diese kaufmännische Ausbildung bringt Stefan Kast mit. Auch hat er Erfahrung im Kreisverband und im ehrenamtlichen Bereich. Insider hatten daher schon früh vermutet, dass die Stellenausschreibung auf ihn zugeschnitten ist, zumal er von der Führung des Kreisverbandes ausdrücklich dazu ermuntert worden ist, sich zu bewerben. Es sei daher davon auszugehen, dass er beim weiteren Auswahlverfahren sehr gute Karten hat. Alfred Baur war zunächst vom Dienst suspendiert worden, nachdem gegen ihn Vorwürfe der Untreue und sexuellen Nötigung laut geworden waren. Nach Prozessen vor dem Amtsgericht Neu-Ulm und dem Landgericht war das Verfahren eingestellt worden, da sich die Beteiligten geeinigt hatten und Baur an die frühere Chefin des Tafelladens gezahlt hatte. Der 57-Jährige selbst hatte vom BRK eine Abfindung bekommen, über deren Höhe Stillschweigen vereinbart worden war. Es soll sich um eine Summe zwischen 150000 und 175000 Euro gehandelt haben.

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