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Polizei

04.12.2020

Großeinsatz nach Amokalarm an Ulmer Waldorfschule

Die Polizei sperrte die Römerstraße und die Straßenbahnlinie während des Einsatzes.
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Die Polizei sperrte die Römerstraße und die Straßenbahnlinie während des Einsatzes.
Bild: Alexander Kaya

Schüler hatten eine „verdächtige Person“ gesehen. Spezialkräfte durchsuchen Räume, Kinder dürfen nicht ins Freie

Große Aufregung an der Waldorfschule in Ulm am Donnerstagmittag: Schüler sollen eine „verdächtige Person“ im Schulgebäude wahrgenommen haben. Sie riefen die Polizei, die sofort handelte.

Der Amokalarmplan der Stadt Ulm wurde umgesetzt. Auch das Spezialeinsatzkommando (SEK) rückte an. Nach Stunden jedoch kam die erlösende Nachricht der Ulmer Polizei: Der Hinweis hat sich nicht bestätigt.

Gegen 12 Uhr setzten die Schüler demnach den Notruf ab. Die Polizei eilte mit zahlreichen starken, zum Teil schwer bewaffneten Kräften zur Schule in der Römerstraße, um die Schüler in Sicherheit zu bringen. Das SEK durchsuchte Raum für Raum. Die Kinder und Jugendlichen durften derweil die Klassenräume nicht verlassen. „Wir wollen jetzt aufklären, wer dort gesehen worden ist“, sagte Wolfgang Jürgens, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Ulm, vor Ort.

Derweil wurden von der Stadt Ulm sämtliche Schulen im Stadtgebiet informiert, ebenso die Kindergärten im Umfeld der betroffenen Schule. Auch dort durfte niemand die Einrichtungen verlassen. Die Alarmierung sei Teil eines Amokreaktionsplans, den der nach dem Amoklauf von Winnenden in Ulm gegründete Arbeitskreis „Amok“ erarbeitet habe, so die Ulmer Stadtverwaltung.

Gegen 14.30 Uhr waren alle Räume in der Waldorfschule abgesucht. Es wurde nichts Verdächtiges gefunden. Die Schüler wurden ins Freie geleitet. Von den Stadtwerken Ulm/Neu-Ulm (SWU) zur Verfügung gestellte Gelenkbusse brachten die Schüler an die Kuhberghalle. Dort wurde eine Anlaufstelle für Eltern eingerichtet.

Rettungsdienst und Notfallseelsorger waren vor Ort, um die Betroffenen zu betreuen und zu versorgen. Nach Angaben von DRK-Einsatzleiter Michael Jenner waren mehr als 100 Ehrenamtliche des Deutschen Roten Kreuzes aus Ulm und dem Alb-Donau-Kreis am Einsatzort, nachdem der Amokalarm gegen 12.30 Uhr eingegangen war. Sie standen bereit, um im Notfall den Rettungsdienst bei einer möglichen medizinischen Versorgung zu unterstützen. Sie betreuten die Schülerinnen und Schüler, beruhigten sie und versorgten sie mit Tee und Knabbereien. „Wir sind sehr froh, dass wir trotz der derzeitigen Corona-Einsätze so schnell und in dieser Stärke vor Ort sein konnten“, sagte Tobias Schwetlik, der Geschäftsführer des DRK-Kreisverbands am frühen Abend. Auch Schulpsychologen und Schulsozialarbeiter waren im Einsatz.

Die Einhaltung der Corona-Hygieneregeln stellte eine zusätzliche Herausforderung für die Betreuungskräfte dar. Augenzeugen beschrieben die Lage vor Ort als „koordiniert“ und „ruhig“.

Die Römerstraße in Ulm war während des Einsatzes bis etwa 17 Uhr gesperrt, Polizeiautos blockierten die Straßenbahnlinie. Es kam entsprechend zu Behinderungen im Nahverkehr. (mit az)

Weitere Fotos finden Sie auf nuz.de/lokales

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