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Ulm

17.05.2016

Großkontrolle für getunte Autos: Polizei erlebt Überraschungen

Wer sein Auto durch unerlaubte Maßnahmen aufmotzt, bekommt es mit der Polizei zu tun.
Bild: Thomas Heckmann

In Ulm überprüfte die Polizei bei einer großen Kontrollaktion gezielt getunte Autos. Dabei gab es so einige Überraschungen. Vor allem ein Auto ließ die Beamten staunen.

Das Pech kam am Freitag, den 13. über einige junge Ulmer Autofahrer, die ihr Fahrzeug durch Umbauten individuell gestaltet haben. Die Polizei hatte eine große Kontrollaktion in der Ulmer Innenstadt veranstaltet. Hinter der Ulmer Post hatte die Polizei eine Kontrollstelle eingerichtet, zu der die Fahrzeuge gelotst wurden. In dem beleuchteten Innenhof wartete nicht nur ein gutes halbes Dutzend speziell geschulter Beamte der Laupheimer Verkehrspolizei, auch ein Drogenspürhund hielt sich für alle Eventualitäten bereit und für speziellere technische Fragen war ein Kraftfahrzeug-Gutachter der Dekra im Einsatz. In drei Stunden wurden 14 Autos eingehend unter die Lupe genommen.

Meistens wurden die Räder bemängelt, die Kombination aus Reifen, Felgen und Fahrwerk war technisch nicht sinnvoll und hatte dann zur Folge, dass die Reifen an den Radkästen schleifen und beschädigt werden. Bei Vorderreifen hat das dann sogar die Folge, dass sich die Räder nicht voll einschlagen lassen und damit ein Ausweichen im Notfall erschwert wird.

Tuning-Fahrzeuge oft deutlich lauter

Für viele Innenstadtbewohner ist auch der Lärm der Tuning-Fahrzeuge ein Thema, daher hatten die Polizisten auch den Schallpegel der Autos gemessen. Eine andere als die serienmäßige Auspuffanlage klingt oft nicht nur „cooler“, sondern ist auch erheblich lauter. Der „Rekordhalter“ brachte es statt den 85 Dezibel laut Zulassungsbescheinigung auf 106 Dezibel. Sein Auto hatte damit statt der Lautstärke eines normalen Sportwagens die Lautstärke eines Formel-1-Boliden oder einer Kettensäge.

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Ein BMW-Fahrer hat es dabei deutlich übertrieben: Um Platz für seine Sportauspuffanlage zu schaffen, schnitt er ein Stück der Reserveradmulde am Kofferraum heraus. Der Gutachter, der sich das Auto auf der Hebebühne einer nahegelegenen Autowerkstatt von unten anschauen konnte, hatte erhebliche Zweifel an der Stabilität des Fahrwerkes und der Karosserie. Nun hat der BMW-Besitzer wenige Tage Zeit, mit einem Gutachten nachzuweisen, dass sein Sportwagen verkehrssicher ist, andernfalls wird die Zulassungsstelle die Kennzeichen des Autos einziehen.

Zwei Autos hatten so zahlreiche Mängel, dass sie sichergestellt wurden, mit Abschleppwagen ging es in den Polizeigewahrsam. Ein Gutachter wird in den nächsten Tagen diese Fahrzeuge genau untersuchen und in seinem Gutachten begründen, warum die Fahrzeuge nicht verkehrssicher sind und zwangsweise ihre Zulassungsplakette verlieren.

Über ein Auto staunten die Polizisten

Bei vier Fahrzeugen gab es zum Ende der Kontrolle von den Polizisten einen Handschlag und ein Lob mit auf die Fahrt, denn die Autos waren mängelfrei. Staunen bei Gutachter und Polizisten erzeugte der VW Passat eines jungen Mannes, der statt der serienmäßigen Federung eine Luftfederung eingebaut hatte.

Auch wenn er nicht verriet, wie viele Tausend Euro er für den Fahrkomfort eines Reisebusses ausgegeben hat, so zeigte er stolz, wie er sein stehendes Fahrzeug absenken kann, bis die Reifen in den Radkästen verschwinden, und mit Tastendruck auch das Auto anheben kann, um problemlos auch hohe Bordsteinkanten zu überwinden.

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