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Pfaffenhofen

08.02.2019

Grundschüler wollen Bienen schützen

Schüler der Klassen 4 a und b zeigen dem Naturschutzbund-Experten Bernd Kurus-Nägele ihr selbst gebautes Bienen-Mobile.
Bild: Angela Häusler

Die vierten Klassen der Grundschule Pfaffenhofen beschäftigen sich in Religion mit der Schöpfung – und greifen die Artenvielfalt auf.

Mit dem Bienensterben und dem aktuell laufenden Volksbegehren befassen sich derzeit nicht nur Erwachsene, sondern auch Kinder: In der Hermann-Köhl-Schule in Pfaffenhofen informierten sich in den vergangenen Tagen die Viertklässler darüber, wie die Insekten geschützt werden können.

Zum Thema wurde das Insektensterben nicht im Heimatkunde- oder Bio-Unterricht, sondern im Fach katholische Religion. Denn da stehe gerade das Bewahren der Schöpfung auf dem Stundenplan, berichtete Lehrerin Rita Oßwald. Und weil das Thema Bienensterben mit dem Volksbegehren so aktuell ist, habe es sich angeboten, dieses im Unterricht näher zu beleuchten. „Die Kinder sollen wissen, worum es dabei geht“, erklärte die Religionslehrerin.

So bastelten die Kinder ein Bienen-Mobile, das jetzt im Foyer der Pfaffenhofer Schule hängt. Und sie haben sich mit Pflanzen und Insekten befasst, die auf heimischen Wiesen leben und von denen es aktuell deutlich weniger Arten gibt als noch vor 30 Jahren.

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Vögel und Insekten sind deutlich weniger geworden

Details dazu erfuhren die Buben und Mädchen von Bernd Kurus-Nägele, Geschäftsführer der BUND-Kreisgruppe Neu-Ulm. So berichtete er, dass sich die Anzahl der Insekten in den letzten 25 Jahren drastisch verringert hat: Fast drei Viertel von ihnen sind verschwunden. Und auch die Vögel sind weniger geworden. In Bayern etwa gebe es heute 50 bis 70 Prozent weniger Amseln als früher. „Wenn wir den Schalter nicht umlegen, dann kriegen wir Menschen bald auch ein Problem“, erklärte der Naturschützer den Kindern.

Er betonte aber auch, dass die Ursachen für das Verschwinden der Insekten und auch der heimischen Vögel vielfältig sind. So sei es wichtig, dass etwa Städte und Gemeinden ihre Grünflächen und Parks naturnaher gestalten. Und auch Rasenmäher-Roboter, die Gras und Blumen laufend abschneiden, seien ein großes Problem. Besser wäre es, einen Wiesenbereich im Garten zu haben, auf dem die Pflanzen blühen dürfen, meinte er. Ebenso seien die „Steinwüsten“, durch die manche Gartenbesitzer ihre Beete und Rasen ersetzen, schlecht für die Natur. Denn dort könne nichts mehr wachsen.

Doch auch der Landwirtschaft komme eine wichtige Rolle zu. „Wir wollen nicht gegen die Landwirte hetzen“, sagte Kurus-Nägele dazu, „aber wir müssen was verändern“. So empfehlen die Naturschützer etwa, dass Bauern ihre bewirtschafteten Wiesen seltener mähen, damit sich mehr Blüten entwickeln können und Insekten wieder Nahrung finden – genauso auch Privatleute.

Dass die Schüler schon einiges über die Tier- und Pflanzenwelt gelernt haben, zeigte sich bei einem kleinen Quiz. Die Kinder wussten beispielsweise genau, welcher Käfer in Deutschland am häufigsten vorkommt: der Marienkäfer.

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