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08.07.2010

Gute Ernte, schlechte Preise

Die Erlöse der Landwirte könnten in diesem Jahr trotz guter Ernte eher niedriger ausfallen. Archivfoto: Helene Monzer

Landkreis Erst anhaltende Regengüsse, die die Pegel von Günz, Kammel und Mindel haben anschwellen lassen, und jetzt die Hitze: Davon profitiert die Landwirtschaft. Matthias Letzing von der Geschäftsstelle des Bayerischen Bauernverbands (BBV) in Günzburg rechnet mit einer guten Ernte. Nicht gerade rosig sei allerdings die Preisentwicklung für landwirtschaftliche Erzeugnisse.

Beim Getreide beispielsweise habe es im März einen leichten Preisanstieg gegeben, sagt Letzing. Derzeit stagniere er. Zum Vergleich: Normalerweise erhält ein Landwirt etwa 190 Euro für Qualitätsweizen. Derzeit wird ein Preis von 130 bis 150 Euro pro Tonne ausgezahlt. Die Gründe sind unterschiedlich. Sicherlich eine Rolle spielt die Gesamtmenge, die auf dem Markt ist - sie ist groß, nachdem die Ernteerträge im vergangenen Jahr beispielsweise in Deutschland, den USA oder Russland gut waren. Bei einem Tonnenpreis von etwa 130 Euro seien die Produktionskosten für die Landwirte gerade gedeckt, sagt Letzing.

Auch beim Mais stagniert der Preis: Für Körnermais werden etwa 160 Euro pro Tonne ausgezahlt, das Niveau lag allerdings schon um 20 bis 40 Euro höher. Die Bestände im Landkreis seien insgesamt zurückgegangen, sagt Letzing. Zugenommen hat dafür der Energiemais, der in Biogasanlagen wandert.

Vorerst gar keinen Ertrag haben die vier Landwirte im südlichen Landkreis, die das Saatgut mit Spuren gentechnisch veränderter Organismen verwendet hatten. Sie müssen den Genmais umpflügen. Dabei sind sie offenbar ohne Schuld: Eine US-Firma hatte das Mais-Saatgut auf den Markt gebracht. Erst im Nachhinein stellte sich heraus, dass es nach dem Gesetz nicht ausgebracht werden darf. Den Gesamtschaden für die Landwirte im Landkreis kann Letzing nicht beziffern. Er schätzt, dass er pro Hektar bei etwa 2000 Euro liegt. Die betroffenen Landwirte werden den Genmais in dieser Woche umpflügen, einige säen dann, wie Anton Glogger-Hönle aus Attenhofen, erneut an.

Gute Ernte, schlechte Preise

Insgesamt hinkt das Wachstum von Mais etwas hinterher: um drei Wochen, schätzt Letzing. "In den feuchten Nächten holt der Mais es wieder auf."

Die starken Regenfälle in den Monaten Mai und Juni haben den Böden insgesamt genügend Wasser beschert - dem Gartenbesitzer hilft diese Erkenntnis aber nicht weiter. Er muss während der Hitzeperiode fleißig gießen.

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