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16.03.2019

Handgemachter Soul-Blues auf Spitzenniveau

Johnny Rawls hat mit 67 Jahren nichts von seiner jugendlichen Spannkraft eingebüßt.
Bild: Rolf Weber

Auftakt der Bluestage im Charivari mit Johnny Rawls

Beim Abschluss des Ulmer Bluesherbstes 2017 sang und spielte der Soul- und Bluessänger Johnny Rawls seine Fans in den siebten Himmel. Am Donnerstag begeisterte er im wiederum ausverkauften Charivari seine Fans beim Eröffnungskonzert der 43. Bluestage. Rawls hat seine jugendliche Spannkraft nicht verloren, der 67-Jährige singt und tanzt mit eleganten Hüftschwüngen wie ein Junger.

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Die Weltkarriere war dem Allroundtalent dem Anschein nach in die Wiege gelegt. Kaum dem Babyalter entwachsen, schnappte sich der kleine Johnny die Bluesgitarre des Großvaters, die erdige Musik ließ ihn nicht mehr los. Später spielte er mit Joe Tex und Z. Z. Hill. In den 70er Jahren entdeckte der Blues-Gott B. B. King seine unnachahmlich geschmeidige Stimme und förderte das Nachwuchstalent nach Kräften. Doch erst 1996 veröffentlichte Rawls sein erstes Soloalbum. Mehr als ein Dutzend weitere sollten folgen, etliche davon für den Blues Award nominiert, den er 2017 und 2018 für das beste Album des Jahres gewann.

Wie vor zwei Jahren wurde Rawls im Charivari von den The Özdemirs begleitet – vom Bassisten und europäischen Blues-Urgestein Erkan Özdemir und seinen Söhnen Kenan (Gitarre) und Levent (Schlagzeug) sowie dem Organisten Alberto Marsico. Die Formation lieferte handgemachten Soul-Blues auf höchstem Niveau. Der Abend ging gleich in die Vollen. Beim Titel „Red Cadillac“ hieß es fürs Publikum: „Alle singen mit“. Einen Klassiker von Muddy Waters gab es als Beruhigungspille, mit einem Adrenalin-Stoß ging es in die Pause: „Higher and Higher“. Danach durften sich die Özdemir-Söhne und Marsico als Solisten auszeichnen. Abwechslungsreicher hätte der soulige Bluesabend nicht sein können. Mit „Got to Be Carefull“ wollte sich Rawls nach zwei Stunden verabschieden. Aber da hatte er die Rechnung ohne die Charivari-Besucher gemacht, die vehement Zugaben forderten – und auch bekamen. (bh)

Am Donnerstag, 21. März geht es im Charivari weiter mit Dany Franchi. Das aktuelle Album der Nachwuchshoffnung aus Italien erreichte Platz vier in den Billboard Blues Charts.

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