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01.02.2020

Handwerker in Ulm sehr gut ausgelastet

Drei Branchen geht es besonders gut

Fast 60 Prozent der Handwerksbetriebe in der Stadt Ulm sprechen von einer guten oder sehr guten Auslastung und fast 80 Prozent erwarten eine weiterhin gute oder verbesserte Geschäftslage – auf dem ohnehin hohen Niveau. Das ist das Ergebnis der jüngsten Konjunkturumfrage in Betrieben im Gebiet der Handwerkskammer Ulm (HWK), das sich vom Bodensee bis zur Ostalb erstreckt.

Die Betriebe auf dem Land äußerten sich noch optimistischer. „Das Handwerk ist Stimmungsaufheller der deutschen Wirtschaft“, fasst Kammerpräsident Joachim Krimmer zusammen. Handwerker, die mit Bau und Ausbau zu tun haben, sind besonders gefragt und werden das wohl bleiben. Auch die Betriebe, die Nahrungsmittel herstellen, blicken auf ein gutes viertes Quartal 2019 zurück – und schauen zuversichtlich nach vorne. Die Lage bei den Kfz-Unternehmen war zuletzt verhalten, die Perspektive ist aber positiv. Schwächer sieht die Situation bei den Gesundheitsgewerken und bei allen aus, die für den gewerblichen Bedarf tätig sind. Gerade letztere spüren nach Angaben der Kammer die Konjunktur-Flaute, die der Industrie Probleme bereitet.

Kunden bekommen die Auslastung zu spüren. HWK-Sprecherin Veronika Thanner rät, einfach einen anderen Betrieb anzurufen, wenn der erste keinen freien Termin anbieten kann. Es sei kein Zeichen schlechter Qualität, wenn ein Handwerker nicht ausgelastet sei. Manchmal habe einfach ein anderer Kunde abgesagt.

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Dass die Gewerke größtenteils so stark ausgelastet sind, führt Kammerpräsident Krimmer auf „schwierige bildungspolitische Entscheidungen der letzten Jahre“ zurück. Inzwischen hätten Politik und Gesellschaft aber erkannt, wie wichtig das Handwerk ist. Dass in zwölf Gewerken die Meisterpflicht wieder eingeführt wurde und dass das Land Baden-Württemberg eine Meisterprämie in Höhe von 1500 Euro bei erfolgreich bestandener Prüfung eingeführt habe, belege dies.

Die Betriebe im Kammergebiet freuen sich über das sechste Plus in Folge bei den Ausbildungszahlen. Erneut haben sich 2019 mehr junge Menschen für eine Ausbildung im Handwerk entschieden, gleichzeitig sind noch 600 Lehrstellen in den sechs Landkreisen und der Stadt Ulm unbesetzt geblieben – 400 weniger als im Vorjahr. Fachkräfte auszubilden und zu halten, bleibt aus Sicht der Kammer eine große Herausforderung für die Betriebe. Daneben gelte es, mit der Kommunalpolitik ins Gespräch über die anstehende Reform der Grundsteuer zu kommen. Deren Auswirkungen seien für die kleinen und mittelständischen Unternehmen noch offen – sie dürften keine zu große Belastung darstellen, fordert Krimmer. (az)

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