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Holzheim

23.04.2019

Hans Hiller ist ein Urgestein bei den Holzheimer Schützen

Hans Hiller war 50 Jahre lang Vorstandsmitglied im Schützenverein Holzheim, davon zwei Jahrzehnte als Erster Vorsitzender.
Bild: Willi Baur

Hans Hiller war 50 Jahre Vorstandsmitglied im Holzheimer Schützenverein. Den Grundstein für seinen Einsatz in dem Sport legte ein Beinbruch.

Hans Hiller ist jetzt 66 Jahre alt – 50 davon war der gebürtige Holzheimer Vorstandsmitglied im örtlichen Schützenverein, den er in diesem Zeitraum mitgeprägt hat wie wenige andere. Anfang Januar, bei den anstehenden Neuwahlen im Rahmen der Generalversammlung, war Schluss: Da hat sich Hiller aus dem Amt verabschiedet. Und die Schützen sich von ihm, in allen Ehren, versteht sich. Zuletzt hat ihn der Neu-Ulmer Gau vor drei Wochen zum Ehrenmitglied ernannt.

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Seine Verdienste um den Traditionssport sind unbestritten, nicht nur der ehrenamtlichen Tätigkeiten wegen. Auch respektable sportliche Erfolge hat Hiller erzielt. Besonders einer ist unvergessen: 1973 überraschten die Holzheimer Luftpistolen-Junioren als deutsche Mannschaftsmeister. Dementsprechend verlief der Empfang in der Heimat, wo das „Hiller-Trio“ gebührend gefeiert wurde.

Ein unglücklicher Zufall brachte Hans Hiller zum Schießsport

Das waren Hans Hiller, sein Bruder Willi und ihr nicht verwandter Namensvetter Hermann Hiller. Maßgeblich beteiligt ein weiterer Hiller: Melchior, der vor acht Jahren verstorbene ältere Bruder von Hans und Willi, als Trainer und Vorbild gleichermaßen. Und aufgrund eines unglücklichen Zufalls wohl auch unfreiwilliger Impulsgeber dazu, dass sieben von acht Geschwistern zum Schießsport gefunden haben.

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Mit einem Beinbruch beim Fußball nämlich, dem Ende seiner Kicker-Karriere und seiner Brüder auch. „Da hat unser Vater nicht mehr mitgespielt und ein Machtwort gesprochen“, erinnert sich Hans Hiller. Aber nur der Ball war weg. Der Ehrgeiz blieb, seither eben mit der Luftpistole. Damit schoss sich zunächst Melchior – quasi als Einzelkämpfer – in die nationale Spitze, später reifte unter seiner Anleitung eine ganze Gruppe erfolgreicher Talente heran, neben den Genannten etwa Alois Schweigart und Manfred Eckle, inzwischen Vorsitzender des Vereins.

Das Erfolgsgeheimnis für die erfolgreich ausgetragenen Wettbewerbe

Ihr Erfolgsgeheimnis? „Neben vielen Stunden am Schießstand auch intensives Kraft- und Ausdauertraining“, sagt Hans Hiller heute. Ein gewisses Talent sei schon nötig, ist er überzeugt, „aber eine gute körperliche Verfassung ist enorm wichtig für die Konzentration“. Die hat er sich bewahrt, bis heute. Sportliche Wettbewerbe allerdings rückten für ihn alsbald etwas in den Hintergrund. 1977 bereits mit der Wahl zum Vorsitzenden, für 20 lange Jahre übrigens, dann mit dem Sprung in die berufliche Selbstständigkeit. Gerade einmal ein Jahr im Amt, folgte ein herber Rückschlag für die Schützen: Nach dem Tod von Adler-Wirt Martin Schreiber hatten sie plötzlich kein Domizil mehr.

„Zeitweise durften wir als Gäste in Finningen schießen“, so Hiller, eine Dauerlösung sei das freilich nicht gewesen. Nach vielen Debatten und einigen kommunalpolitischen Turbulenzen entschloss man sich Hiller zufolge Mitte der 1980er-Jahre zum Bau eines eigenen Heims am nördlichen Ortsrand. „Das war eine echte Herausforderung“, beschreibt er das Vorhaben. Dank einer grandiosen Gemeinschaftsleistung sei der Plan jedoch innerhalb relativ kurzer Zeit realisiert worden. „Darauf bin ich heute noch stolz“, betont der frühere Vereinschef. „Nicht nur auf den Bau“, ergänzt er mit einem verschmitzten Lächeln, „auch, wie sich der Betrieb seither entwickelt hat“.

Hans Hiller steht dem Schützenverein weiterhin mit Rat und Tat zur Seite

Von diesem profitieren neben den Schützen und Musikern auch viele andere Nutzer. „Das gesamte Vereinsleben im Dorf läuft doch Hand in Hand“, freut sich Hiller. Aktuelles Beispiel: Auch der Männergesangverein ist derzeit mangels Probenlokal zu Gast im Heim. „Da reicht ein Anruf“, sagt Hiller.

Beruflich hatte er sich schon vor geraumer Zeit etwas aus dem operativen Geschäft zurückgezogen. Das 1985 gegründete Bauunternehmen führt Sohn Steffen weiter. Dort wie für den Verein gelte freilich nach wie vor: „Mit Rat und Tat bin ich irgendwie immer noch dabei.“

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