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Ehrenamt

17.04.2015

Helfen, auch wenn’s keiner sieht

Waltraud Oßwald (Mitte), Rupert Seibold (links neben ihr), Marc Löchner (unten links) und Hans Aicham-Bomhard (rechts) vom Verein „Verborgene Engel“ freuen sich mit den Preisträgern.
Bild: Alexander Kaya

„Verborgene Engel“ des Jahres kümmern sich um Familien, die Natur und das Vorfeld

„Andern etwas helfen, wenn es auch keiner sieht ... das ist eine Blume, die nur sehr selten blüht“, sang Udo Jürgens in „Vielen Dank für die Blumen“, bekannt auch aus „Tom und Jerry“. Doch der im Dezember gestorbene Schlagerkönig hatte nur teilweise recht: So selten blüht diese Blume gar nicht: Rund 13 Millionen Bundesbürger engagieren sich in einem Ehrenamt, viele weitere sind zumindest gelegentlich ehrenamtlich tätig. Richtig lag Jürgens aber damit, dass das Engagement häufig unbemerkt von der breiten Öffentlichkeit stattfindet. Der Neu-Ulmer Verein „Verborgene Engel“ versucht seit einigen Jahren, dies zu ändern und zeichnet Bürger für ehrenamtlichen Einsatz aus. Bei der Kür der neuen Preisträger im Gasthaus Schiff sagte Vorsitzende Waltraud Oßwald: „Wir wollen dieses Engagement würdigen und anderen Mut machen, sich einzubringen.“

Hans Frölich ist nach Meinung der Jury so ein verborgener Engel, der seit vielen Jahren im Stillen Gutes tut. In seinem Fall für die Vogelwelt der ganzen Region. Der in Bernstadt lebende Naturschützer hat unter anderem in den Biotopen bei Ludwigsfeld und Gerlenhofen sowie im Bereich der Burlafinger Seenplatte Nisthilfen für bedrohte Vogelarten angebracht. So konnte etwa der Bestand der seltenen Uferschwalben und Flussseeschwalben stabilisiert werden. „Sie arbeiten ganz im Stillen mit Ihrem fleißigen Team. Neu-Ulm braucht Sie“, sagte Laudator Rupert Seibold.

Ausgezeichnet wurde auch eine Neu-Ulmer Institution, die es bereits seit 30 Jahren gibt: Die „Kinder-Ausstattungs-Tauschzentrale“, kurz „Katze“. Der Secondhandladen für Kindersachen in der Gartenstraße wurde 1984 von Hildegard Sailer, Sabine Schmidt und Hedwig Bitterolf vom Sozialdienst Katholischer Frauen aus der Taufe gehoben. Neben den drei Gründungsmitgliedern gehören heute Sigrid Bader, Karin Geist, Gerlinde Graner, Elvira Geld, Elfriede Özdurak, Mi-Young Song, Mira Venoh und Helga Wezel zum Verkaufsteam. In dem Laden finden gebrauchte Kindersachen für kleines Geld neue, dankbare Abnehmer. Der Erlös aus den Verkäufen geht als Spende an Familien in Not. Gut erhaltene Kleider oder Kinderwagen kauft die „Katze“ aber auch wieder an, sodass die Familien doppelt sparen. Gleichzeitig arbeitet das Katze-Team eng mit der Beratungsstelle für Schwangerschaftsfragen am Johannesplatz zusammen. Beim unverbindlichen Gespräch im Laden erfahren die Mitarbeiterinnen immer wieder von Notlagen und können dann Beratung vermitteln. Laudator Marc Löchner dankte dem Katze-Team „für das große Engagement“.

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So entwickelte sich das Vorfeld

Um das Neu-Ulmer Wohngebiet Vorfeld verdient gemacht haben sich Renate und Günther Mader sowie Marion Irmer, sagte Laudator Hans Aicham-Bomhard. Das ehemalige Kasernengelände, 1952 bis 1956 als Wohngebiet für amerikanische Soldaten und ihre Familien gebaut, erstreckt sich von der Ringstraße bis zur Europastraße und von der Memminger Straße zur Bradleystraße. Das Ende des Kalten Krieges, das auch die Deutsche Wiedervereinigung ermöglichte, führte 1991 einerseits zum Abzug der Amerikaner. Andererseits strömten Aussiedler aus der untergegangenen Sowjetunion nach Deutschland, viele von ihnen zogen in die frei werdenden Soldatenwohnungen im Vorfeld. Durch fehlende Sprachkenntnisse, hohe Arbeitslosigkeit und unterschiedliche Lebensweisen drohte die Entstehung sozialer Brennpunkte. Die Geehrten haben laut Aicham-Bomhard „auf vielfältige Weise dazu beigetragen, dass sich das Vorfeld positiv entwickelt hat“. Sie haben ein regelmäßiges Familienfrühstück eingeführt, die Familieninitiative Vorfeld mitgegründet, die Spielenachmittage veranstaltet und viele Feste organisiert. Das Trio zähle zu den Stützen etwa bei Sommerfest und Weihnachtsmarkt. Der Verein „Verborgene Engel“ sucht auch für das kommende Jahr wieder Vorschläge für Ehrungen. „Dabei hoffen wir auf Vorschläge aus der Bevölkerung“, so Vorsitzende Waltraud Oßwald.

Verborgene Engel Neu-Ulm, Saalbaustraße 13, 89233 Neu-Ulm. E-Mail: verborgene-engel@gmx.de

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