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Landkreis

23.05.2017

Hier badet sich‘s ausgezeichnet

Noch liegen die meisten Seen ruhig da. Doch bald werden wieder Scharen von Sonnenanbetern die Badegewässer in der Region bevölkern – wie den in Pfuhl.
Bild: Alexander Kaya

Der Sommer kann kommen. In Tests schneiden die Seen der Region sehr gut ab. Die Wasserwacht gibt Tipps, worauf beim ersten Sprung ins kühle Nass geachtet werden sollte.

Die Temperaturen steigen – der Sommer rückt näher. Damit beginnt auch bald wieder die Badesaison. In der Region locken viele Baggerseen. Die Wasserwacht und der öffentliche Gesundheitsdienst des Landratsamt Neu-Ulm kümmern sich darum, dass die Badegäste den Sprung ins kühle Nass bedenkenlos genießen können. Ab Mai kontrolliert das Gesundheitsamt regelmäßig die Wasserqualität der größten Seen.

Alle getesteten Badeseen im Landkreis Neu-Ulm haben die Bestnote „ausgezeichnet“ bekommen. Dr. Martin Küfer vom öffentlichen Gesundheitsdienst erklärt, warum die Badeseen in der Region so eine gute Wasserqualität haben: „Um die Gewässer herum gibt es kaum negative Einflüsse wie Kläranlagen oder Viehbeweidung.“ Denn insbesondere Tierkot, auch von Wasservögeln, verschmutze die Gewässer. Zur „ausgezeichneten“ Badewasserqualität trägt außerdem der gute Grundwasserstrom im Illertal bei, der die Seen mit frischem Wasser versorge und in den gleichzeitig auch altes Seewasser abfließe.

Küfer und seine Kollegen messen im Sommer monatlich die Wasserwerte der insgesamt acht EU-Badegewässer im Landkreis. Solche Gewässer werden nach in der Europäischen Union einheitlichen Richtlinien kontrolliert. Diese Vorschriften legen unter anderem fest, wann das Wasser zur Probe entnommen werden muss. Küfer erklärt, das sei wichtig, damit aussagekräftige Ergebnisse erziehlt werden. Misst man beispielsweise nach Starkregen, sei die Wasserqualität oft schlechter, da sich schmutziges Regenwasser mit sauberem Badewasser vermischt. Aus diesem Grund dürfe man allerdings einem einzelnen Messwert nicht so viel Bedeutung zumessen, so Küfer. Für die Seen im Landkreis seien aber auch die Durchschnittswerte der vergangenen Jahre sehr gut.

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Zu den regelmäßig getesteten Badeseen in der Region gehören der Vöhringer Badesee, der Auer Badesee sowie der nördliche und südliche Filzinger See, der Schützenheimsee in Unterelchingen, der Pfuhler See, der Ludwigsfelder See, der Sendener Waldsee und der Rothdachweiher in Babenhausen. Neben regelmäßiger Kontrolle der Wasserqualität gibt es an den EU-Seen außerdem auch Parkplätze, Sanitäranlagen, Umkleiden, große Liegeflächen und Kioske, an denen die Badegäste etwa Süßigkeiten oder Getränke kaufen können.

An diesen Gewässern, ausgenommen die beiden in Filzingen, betreibt Wasserwachtgruppen des Bayerischen Roten Kreuzes Wachstationen. Zusätzlich sind Ortsgruppen der Kreiswasserwacht Neu-Ulm an den Seen in Dietenheim und Sinningen sowie im Freibad Weißenhorn aktiv. In Neu-Ulm, Senden und Weißenhorn ist jeweils eine Schnelleinsatztruppe stationiert.

Helmut Graf, der stellvertretende technische Leiter des Wasserwacht-Bezirksverbands Schwaben, sagt: „Am vergangenen Wochenende begann die Wachsaison. Wir sind im Sommer an Samstagen immer von etwa 13 bis 18 Uhr da, an Sonn- und Feiertagen ab etwa 10 Uhr.“ Die Mitglieder der Wasserwacht engagieren sich ehrenamtlich, weshalb die Stationen unter der Woche nicht besetzt sein können. Bei so großen Badeseen seien die Wasserwachtler allerdings auf die Mithilfe der Badegäste angewiesen, zum Beispiel indem sie die Rettungsschwimmer darauf hinweisen, wenn sie andere Badende in Not sehen. Eltern sollten immer ein Auge auf ihre Kinder haben, damit die Kleinen nicht allein zu weit raus schwimmen, sagt Graf. Sie sollten außerdem immer wissen, wo sich ihre Kinder aufhalten. Denn die Panik, dass beim Baden etwas passiert ist, sei schnell groß, auch wenn der Nachwuchs nur irgendwo auf der Liegewiese spielt. So komme es auch oft zu eigentlich unnötigen Suchaktionen durch die Wasserwacht.

Graf weist außerdem daraufhin, dass das Wasser derzeit noch relativ kalt sei. Eine Gefahr, die viele Schwimmer unterschätzten. Denn der Körper kühle im kalten Wasser leicht aus, erklärt Graf. Der Kreislauf mache nicht mit und die Kräfte des Badenden lassen schnell nach. Passiert das mitten im See, kann es schnell gefährlich werden. Wer einen Schwimmer in Not sieht, sollte außerdem möglichst umgehend einen Notruf absetzen. Zeit spielt laut Graf bei Rettungen im Wasser eine noch größere Rolle als an Land. Die Wasserwacht erreicht man, wie auch die Feuerwehr, über die Rettungsleitstelle unter der Notrufnummer 112.

Und auf noch etwas macht Graf aufmerksam: „Manche Leute lassen einfach ihren Müll liegen, auch Glasflaschen.“ An deren Scherben zögen sich andere Badegäste zum Teil massive Schnittverletzungen zu, sagt Graf.

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