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Ulm

03.02.2017

Himmlische Ruhe trotz Gartenarbeit

Mit einem umgebauten Mini-Laster sind die Mitarbeiter am Botanischen Garten unterwegs. Peter Zindl erläutert Fachkollegen das Fahrzeug.
Bild: Andreas Brücken

Im Botanischen Garten der Uni Ulm ermöglicht ein umgebautes Fahrzeug lautlose und abgasfreie Grünpflege. Bald kann der Mini-Laster noch mehr.

Welcher Gartenbesitzer, dessen Nachbarn bevorzugt in den Morgenstunden Hecken schneiden, Rasen mähen und Bäume fällen, hat nicht schon davon geträumt: die lautlose Grünpflege. Am Botanischen Garten der Universität Ulm ist dieser Traum jetzt zumindest teilweise wahr geworden.

Mit dem speziell umgebauten „Mini-Lastwagen“ Toro Workman GTX sind die Gärtner des Botanischen Gartens inzwischen lautlos und umweltfreundlich unterwegs. Im täglichen Einsatz auf den 28 Hektar und den 90 Höhenmetern des Geländes testen die Mitarbeiter rund um den Leiter der Freilandabteilung, Peter Zindl, die Handhabung des mit E-Motor und Batterien ausgestatteten Crossover-Fahrzeugs. Der leise Mini-Laster hat eine Höchstgeschwindigkeit von 30 Stundenkilometern und erweist sich auch beim Anfahren am Berg als ziemlich praktisch.

Gefördert wird das Projekt mit dem Namen „Leise und sauber: Brennstoffzellen für kommunale Anwendungen“ vom Ulmer Initiativkreis nachhaltige Wirtschaftsentwicklung aus Mitteln der Solarstiftung Ulm/Neu-Ulm. Untersucht wird, welchen Anforderungen Elektrofahrzeuge zum Beispiel beim Einsatz in einer Stadtgärtnerei genügen müssen. Das Fahrzeug kostet neu 17500 Euro. Die Kosten für den Umbau können nicht exakt beziffert werden, weil die Arbeiten von der Uni in Eigenregie erledigt wurden. Kooperationspartner des Projekts sind neben dem Botanischen Garten die Hochschule Ulm und das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW). In einem zweiten Schritt soll das E-Fahrzeug mit einer Brennstoffzelle ausgestattet werden. Bisher wurde in das geländegängige Fahrzeug neben verschiedenen Sensoren (unter anderem für GPS) auch eine von der Hochschule entwickelte, platzsparende Datenerfassung- und Übertragungseinheit eingebaut. Außerdem bekam es eine „Versorgungsbox“, die Strom an andere elektrische Geräte liefern kann. Das Ziel des Projekts ist es, herauszufinden, wie alltagstauglich ein Elektrofahrzeug mit „fahrbarer Steckdose“ für die Arbeit im Botanischen Garten ist. Im Rahmen eines Workshops der Arbeitsgemeinschaft der Technischen Leiter Botanischer Gärten hat Peter Zindl das lautlose Fahrzeug etwa 20 Fachkollegen aus ganz Deutschland vorgeführt. Die waren davon sehr angetan. Wenn jetzt noch lautlose Heckenscheren, Rasenmäher und Kettensägen entwickelt und auf den Markt gebracht werden, wären sicher auch viele Gartenbesitzer begeistert.

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