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Konzert

24.10.2017

Illertissen stimmt ein Loblied auf Luther an

Martin Luther, wie ihn Lucas Cranach malte.

Der Förderkreis für Kirchenmusik hat zu Ehren des Reformators eine Kantate komponieren lassen

Wenn die Vöhlinstadt zu 500 Jahren Reformation die Stimme erhebt, dann erklingt nie zuvor Gehörtes: Der Förderkreis für Kirchenmusik und klassische Musik hat eigens zu diesem Fest eine Kantate komponieren lassen. Sie wird am Samstag, 28. Oktober, mit Solisten, dem Kirchenchor und dem Kammerorchester von St. Martin in der katholischen Martinskirche aufgeführt. Beginn ist um 19 Uhr. Karten sind ab sofort zu haben.

Würdigen will man mit dem Konzert die Leistungen des Reformators Martin Luther: Er hatte im Jahr 1517 seine Thesen als Kritik am damals verbreiteten Ablasshandel formuliert – und damit schließlich die Spaltung der abendländischen Kirche ausgelöst. Die Reformation, die kirchliche Erneuerung, wird in diesem Jahr bundesweit vielerorts gefeiert. „Da wollen wir einen Illertisser Akzent setzen“, sagt Kirchenmusiker Markus Hubert. Und das im Zeichen der Ökumene, dem Dialog der christlichen Konfessionen. Denn jener werde in Illertissen intensiv gepflegt und liege dem Förderkreis besonders am Herzen, sagt Vorsitzender Hans Scherrer. So sängen viele Menschen protestantischen Glaubens im Kirchenchor von St. Martin mit, im vergangenen Jahr habe es ein Benefizkonzert für den Umbau der evangelischen Kirche gegeben. Seine Frau sei evangelisch, fügt Hubert an. „Da ist das immer mal ein Thema.“

Musik zu Ehren des musikbegeisterten Reformators – das sei der Hintergrund des besonderen Konzertabends in Illertissen. Luthers Choral „Eine feste Burg ist unser Gott“ zieht sich wie ein roter Faden durch die Kantate, die von dem Nürnberger Volker Felgenhauer (geboren 1965) komponiert wurde. Jener sei den Auftraggebern entgegengekommen, sagt Hubert und spricht von einer Win-win-Situation. Einerseits konnte sich der Schöpfer verwirklichen und die Instrumente nach seinen Wünschen besetzen – er forderte zum Beispiel vier Schlagwerke und eine Harfe. „Da war ich lange am Suchen“, sagt Hubert. Andererseits erhielt der Freundeskreis nicht nur ein musikalisches Unikat, sondern auch ein erschwingliches, wie zu hören ist. Eine Summe wurde nicht genannt.

Die Kantate zeichnet sechs Stationen aus dem Leben Luthers nach, von seiner Entscheidung für ein Leben als Mönch bis zu den Thesen. Rund 400 Zuhörer werden in der Kirche erwartet. Im Altarraum wird es wohl recht eng zugehen: Der etwa 70-köpfige Kirchenchor, dazu vier Solisten und das Orchester mit etwa 50 Mitgliedern müssen Platz finden. „Da wird man gerade noch sein Instrument halten können“, sagt Hubert, der sich auf die Aufführung ebenso freut wie die Musiker und Sänger. Geprobt wird seit dem Frühjahr, jetzt steigt die Spannung.

Neben der Luther-Kantate sind Werke von Otto Nicolai (Festouvertüre op. 31), Felix Mendelssohn Bartholdy (Reformationssymphonie, Choralkantante „Verleih uns Frieden“) und Anton Bruckner („Te Deum“) zu hören. Letzteres, um der „evangelischen Musik“ noch etwas zur Seite zu stellen, wie Hubert augenzwinkernd sagt. Schließlich klänge Bruckner irgendwie „ziemlich katholisch“.

Tickets für das Konzert zum Reformationsjubiläum gibt es bei Buch und Musik in Illertissen, Telefon 07303/928464.

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