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Ulm

19.10.2017

Im Alten Theater geht der Grüffelo um

Ganz schön gruslig, dieser Grüffelo! Das Mäuschen (Kathi Wolf) hat großen Respekt vor dem Monster.
Bild: Dagmar Hub

Die Junge Ulmer Bühne zeigt eine fantasievolle Adaption des Kinderbuchs, an der Erwachsene ebenso ihre Freude haben dürften. Das liegt auch an den tollen Puppen.

Ein kleines Mäuschen im Wald hat schlechte Überlebenschancen. Zu viele große Tiere haben Appetit auf Maus. Mit List versucht es der Fuchs, sich das niedliche Mäuschen einzuverleiben, indem er ihm von der Götterspeise vorsäuselt, die es in seinem Bauch gibt. Eule und Schlange verhehlen ihre Gelüste noch weniger. Wie es die clevere kleine Maus (Kathi Wolf) schafft, den gierigen, großen Fressern Angst einzujagen, zeigt die Junge Ulmer Bühne (JUB) in einer liebenswerten Schauspielfassung des Kinderbuchklassikers „Der Grüffelo“ von Axel Scheffler und Julia Donaldson im Alten Theater.

Kinder ab vier Jahren dürften ihren Spaß an Sina Baajours Inszenierung haben, ebenso die Eltern, zumal die Produktion auf schnelle Schnitte verzichtet und mit viel Musik (Markus Wirth), tollen Figurenpuppen und fantasievollen Details bezaubert. Die Puppen wurden von Oliver Köhler von „Theatrum mundi“ aus Stuttgart gebaut.

Jedes Kind kennt diese Situation: Im Kindergarten, in der Schule oder in der Nachbarschaft gibt es einen echten Bully, der einem Angst einjagt. Ob man nun einen großen Bruder hat oder nicht: Die Drohung, dass dieser große Bruder kommt und den Fiesling in die Schranken weist, hilft – vor allem dem eigenen Selbstbewusstsein. Das Mäuschen im Wald handhabt es ähnlich: Es erfindet einen Freund, den hässlichen Grüffelo, mit dem es den Fuchs flugs in die Flucht treibt und durch den der Eule und der Schlange der Appetit auf Maus vergeht. Doch dann taucht der Grüffelo (zum Leben erweckt von Figurenspieler Eike Schmidt) tatsächlich auf – und das Mäuschen hat schrecklich Angst, weil der angebliche Beschützer als seine Leibspeise Butterbrot mit Maus nennt. Aber wenn man so clever und fantasiebegabt ist wie der kleine Nager, findet man auch einen Weg, ein so dickes Fantasiemonster wie den Grüffelo zum Davonlaufen zu bringen.

Einen großen Teil ihrer Lebendigkeit gewinnt Sina Baajours Inszenierung aus der Figurenspielkunst von Winnie Luzie Burz, die die grünäugige Eule in der Baumhöhle im Stil einer Opernarie „Kuckuck, Kuckuck ruft’s aus dem Wald“ schmettern lässt. Zudem sorgen klappbare Äste im Bühnenbild für variable Höhlen, aus denen die Tiere schauen können, und das Mäuschen-Spiel der Weißenhornerin Kathi Wolf ist bezaubernd. Fantasievolles Theater für die ganze Familie.

Nächste Aufführung von „Der Grüffelo“ ist am Sonntag, 22. Oktober, um 15 Uhr. An diesem Tag ist „JUB-Tag“: Jeder Besucher zahlt nach der Vorstellung, was er möchte. Weitere Spieltermine am 12., 19. 26., 29. und 30. November im Alten Theater. Karten gibt es unter Telefon 0731/38204, online unter jub-ulm.de und bei Traffiti in Ulm.

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