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Ulm

22.05.2020

Im Stadthaus Ulm werden jetzt Besucher gezählt

Per grünem Bild zeigt der Besucherzähler freie Bahn an. Wird er rot, heißt es: bitte warten.

Die Stadt Ulm installiert wegen der Corona-Beschränkungen am Eingang des Gebäudes einen „3D People Counter“. Wie das System funktioniert.

Beim Einfahren in Tiefgaragen gehört der Blick auf die elektronische „Frei“- oder „Besetzt“-Anzeige zum Standard. Ähnliches begegnet den Besuchern jetzt im Ulmer Stadthaus: Ein sensorgesteuertes System begrenzt den Zutritt.

„Die Welt, ein Raum mit Flügeln“ – so nennt sich die neueste Ausstellung im Ulmer Stadthaus. Dass in Corona-Zeiten nicht zu viele Besucher gleichzeitig im Haus sind, stellt nun eine besondere Technik sicher: Ein „3D People Counter“, den die Stadt nun am Eingang installieren ließ.

Es ist eine unscheinbare Deckenkamera samt Sensor und Mini-Computer, die nun für Transparenz bezüglich der Besucher sorgt: Beim Passieren des Haupteingangs wird der Besucher vom Sensor registriert und die auf einem Bildschirm angezeigte Besucherzahl erhöht sich. 60 Personen sind es im Moment, die sich gleichzeitig in der Ausstellung aufhalten dürfen. Ist die maximale Anzahl erreicht, wird der Bildschirm rot statt grün und die Besucher müssen warten, bis andere die Räume wieder verlassen haben.

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Gerät soll ein Stück weit normales Leben ermöglichen

Für Ulms Oberbürgermeister Gunter Czisch ist diese in der Grundausstattung rund 3000 Euro teure Neuanschaffung in der Corona-Krise ein Instrument, das den Menschen ein Stück ihres normalen Lebens ermöglicht. Denn es sei zu erwarten, dass die Zugangsbeschränkungen für die nächsten Monate aktuell bleiben, „also müssen wir uns Gedanken machen, auch im Hinblick auf Veranstaltungen wie die Kulturnacht oder unseren Weihnachtsmarkt“. Letzteren wolle die Stadt ermöglichen, doch dazu müsse die Kommune neue Wege finden, „wir müssen überlegen, ob man das alles vielleicht entzerren kann“.

Er lege Wert auf die Feststellung, „dass hier nicht personalisiert wird“, so das Stadtoberhaupt über die Neuanschaffung. Die Anlage erzeuge keinerlei Daten, die missbraucht werden könnten, etwa zur Verfolgung einzelner Personen. Daher hoffe er, dass sich die Kunstfreunde rasch an die Neuerung gewöhnen. Der „People Counter“ könne den Nutzern den Einsatz von Security-Wächtern an Eingängen ersparen, erklärte Harald Schlais, Vertriebsleiter des IT-Beraters „Systemzwo“, der die vom Leipheimer Hersteller Wanzl entwickelte Technik an Kommunen vermittelt.

Besucherzähler gibt es auch an anderen Orten in Ulm

Auch an anderer Stelle in Ulm wird solch ein Besucherzähler installiert: in der Sparkasse Söflingen. Dort werde er Aufschluss darüber geben, wann der Kundenandrang besonders groß ist, damit künftig entsprechende Personalplanung stattfinden kann, berichtete Stefan Bill, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Ulm. Und auch in der Markthalle gegenüber dem Bürgerbüro ist ein solches System nun eingerichtet. Gerade in oder vor Geschäften sind derartige Instrumente nichts Neues: Ladenbesitzer können mit den Techniken eruieren, wie sich Konsumenten durchs Geschäft bewegen und wo sie wie lange stehen bleiben.

Sie testeten den neuen Besucherzähler im Foyer des Stadthauses: (von links) Ulms OB Gunter Czisch, Wanzl-Marketingleiter Jürgen Frank, Björn Semjan, Geschäftsführer von Systemzwo, und Sparkassen-Chef Stefan Bill.

Mithilfe der Systeme aus dem Hause Wanzl, berichtet Jürgen Frank, Geschäftsbereichsleiter Shop Solutions und Marketingleiter der Wanzl GmbH, würden die Kundenströme gemessen. Solche Anlagen sind bereits in zahlreichen Supermärkten verbaut, dazu kommen sollen nach Plan des Leipheimer Technik-Anbieters künftig auch öffentliche Gebäude, Restaurants, Kirchen und Baumärkte.

Denn wegen der Zugangsbeschränkungen in Geschäften und Gastronomie stehen nun viele Gewerbetreibende vor der Aufgabe, den Zugang zu ihrem Angebot kontrollieren zu müssen. Im Stadthaus könnten übrigens noch mehr Besucherzähler Einzug halten, denn auch die Nebeneingänge sollen damit ausgestattet werden.

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