Newsticker

Jeder zweite Deutsche würde sich gegen Corona impfen lassen
  1. Startseite
  2. Lokales (Neu-Ulm)
  3. In Senden sollen Seniorenwohnungen entstehen

Ay

22.12.2019

In Senden sollen Seniorenwohnungen entstehen

Alt-Landrat Erich Josef Geßner, Stiftungsratsvorsitzender Günter Wagner, Stiftungsvorstand Georg Glocker und der stellvertretende Stiftungsratsvorsitzende Erwin Schlecker möchten ein unbebautes Grundstück im Sinne Friedrich Notters bebauen lassen.
Bild: Alexander Kaya

Die Friedrich-Notter-Stiftung aus Senden will auf einem Grundstück in Ay eine Seniorenwohnanlage bauen. Das wäre das größte Projekt der zehn Jahre alten Privatstiftung.

Noch ist es nur eine große Wiese umgeben von anderen Häusern. Doch bald könnte hier inmitten von Ay eine neue Seniorenwohnanlage entstehen. Die Baulücke in der Lage ist prädestiniert für solch ein Projekt, da sind sich die vier Männer der Friedrich-Notter-Stiftung sicher. Und dem Zweck der Stiftung, nach dem sie handeln, würde das große Projekt auch entsprechen. Denn die private Stiftung aus Senden setzt sich die Förderung der Alten- und Behindertenarbeit zum Ziel – und das seit mittlerweile zehn Jahren.

Der Sendener Friedrich Notter hat die Stiftung kurz vor seinem Tod gegründet. Er war erst 53 Jahre alt, aber krank, verwitwet und kinderlos. Und er wollte, dass mit seinem Nachlass Sinnvolles geschieht. Nur zwei Monate nach der Gründung ist er gestorben. So erzählt es Georg Glocker, der der Stiftung vorsteht. Die Friedrich-Notter-Stiftung besteht nur aus vier Personen, es gibt kein Sekretariat, nur ein bescheidenes Büro, alle arbeiten ehrenamtlich. Der Gründer selbst hat Glocker und Günter Wagner gebeten, seinen Nachlass sinnvoll zu regeln. Die beiden waren seine Bank- und Steuerberater. Mit im Bunde ist zudem noch Alt-Landrat Erich Josef Geßner, der bei der jüngsten Sitzung für weitere fünf Jahre in den Stiftungsrat berufen wurde.

Friedrich Notter wollte sein Erbe gut angelegt wissen

Friedrich Notter sei das letzte Mitglied seiner Familie gewesen. Das ehemalige Notter-Anwesen sowie andere Grundstücke, Mietobjekte und Bargeld flossen in die Stiftung. Jedes Jahr werden die Erträge, die vor allem aus Mieten und Erbbaupachten bestehen, als Spenden ausgeschüttet. In den vergangenen zehn Jahren kamen so rund 160000 Euro zusammen.

In Senden sollen Seniorenwohnungen entstehen

Die Empfänger sind Kirchen mit bestimmten Projekten, hilfsbedürftige Einzelpersonen, das Hospiz in Illertissen oder das St. Josefswerk, das von dem Geld seit einigen Jahren zwei Leute auf Minijob-Basis in der Demenzabteilung beschäftigt. „Wir achten gerade in dem Fall auf Nachhaltigkeit“, sagt Wagner. Es helfe schließlich wenig, wenn die beiden Stellen nur ein Jahr lang finanziert werden. Allein 2019 fließen zum Zehnjährigen der Stiftung insgesamt 30000 Euro, der höchste bislang ausgezahlte Betrag. Alle Summen gehen gemäß dem Stiftungszweck in die Alten- und Behindertenhilfe im Landkreis, insbesondere in Senden.

Die Seniorenwohnanlage als Großprojekt

Für 2020 hat sich der Stiftungsrat ein großes Projekt vorgenommen: die Entwicklung eines Baugrundstücks in Ay. „Wir stehen in intensiven Verhandlungen mit Partnern aus dem Sozialbereich, das unbebaute Grundstück zu nutzen“, sagt Glocker. Man denke an ein Konzept in Richtung Seniorenwohnanlage. Möglich wäre beispielsweise betreutes Wohnen mit Serviceeinrichtungen. Die Lage sei für so etwas sehr gut geeignet, denn rund um das Grundstück gebe es die entsprechende Infrastruktur und öffentliche Senioreneinrichtungen für ein Leben im Alter. Damit meint Glocker neben Bussen, Bäcker oder Lebensmittelläden auch das nahe liegende Therese-Studer-Haus oder das Altenzentrum St. Elisabeth.

Das finale Konzept steht jedoch noch nicht, das müsse der Sozialpartner mit entscheiden. „Die Stiftung kann nicht selber bauen, wir sind nur Vermögensverwalter“, sagt Glocker. Doch es gebe genügend Interessenten, die mit der Stiftung zusammenarbeiten möchten. Und es soll zügig vorangehen, verspricht Glocker. Es sei schade, das Grundstück in der guten Lage brach liegen zu lassen, wenn sich auch soziale Zwecke damit erreichen lassen. Die Friedrich-Notter-Stiftung verspricht also auch in Zukunft, Gutes zu tun – und nicht nur in den vergangenen zahn Jahren.

Hier lesen Sie mehr aus der Region:

Riesen, Knoppers, Merci: Wird Senden zur Schoko-Stadt?

Schüler des IGV stimmen Zuhörer auf Weihnachten ein

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren