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Senden

07.11.2019

In der Wirtschaftsschule in Senden wird’s eng

Die Wirtschaftsschule in Senden braucht bald mehr Platz, denn die Schülerzahlen werden steigen. Ein Raumkonzept wurde abgesegnet, nun starten die finanziellen Verhandlungen.

Der Modellversuch, ab der sechsten Klasse die Schule zu besuchen, war erfolgreich: Die Sendener Einrichtung muss deswegen anbauen und mehr Lehrer einstellen.

Die Wirtschaftsschule in Senden (Wiss) wird erweitert. Durch die Einführung des Modellversuchs, die Wiss schon ab der sechsten Klasse zu besuchen, ist es in den Räumen der Schule bereits enger geworden. Wie berichtet, soll in Zukunft jede bayerische Wirtschaftsschule ab der sechsten Klasse starten dürfen. Das Gesetz ist laut einem Bericht des Kultusministeriums noch nicht durch den Bayerischen Landtag. Das Ministerium geht jedoch davon aus, dass die Schulen mit Modellversuch die sechsten Klassen auf Dauer behalten dürfen. Deswegen braucht auch die Wiss in Senden mehr Platz.

Die Regierung von Schwaben hat den vorgelegten Raumbedarf für die Wiss geprüft. In der Sitzung des Stadtrats lagen die Ergebnisse vor: Genehmigt werden könnten demnach vier Klassenzimmer und zwei Nebenräume. Auf dieser Grundlage soll nun weiter gesprochen werden, geklärt werden müssen beispielsweise noch mögliche Zuschüsse vonseiten der Regierung von Schwaben und des Landkreises Neu-Ulm. Über die Beteiligung des Kreises entscheidet der Kreistag, wenn ein Konzept mit Kostenschätzung vorliegt.

Sechs neue Räume sollen entstehen

Die Stadtverwaltung wird eine Machbarkeitsstudie zu der geplanten Erweiterung mit sechs Räumen in Auftrag geben. Diese soll zwischen 10000 und 15000 Euro kosten. Im Rahmen der Studie sollen zudem mögliche zusätzliche Erweiterungen für die Zukunft geprüft werden. Zum einen weil in Zukunft unter Umständen ein Ganztagesangebot eingeführt werden könnte – derzeit bestehe vonseiten der Wirtschaftsschulen in Bayern in der Hinsicht jedoch kein Interesse. Doch auch die Möglichkeit, dass die Wirtschaftsschule irgendwann schon ab der fünften Klasse beginnt, ist zumindest nicht ganz ausgeschlossen. Dann sollte es möglichst einfach werden, die Räumlichkeiten erneut erweitern zu können. Momentan, so teilte es das bayerische Kultusministerium mit, ist die Einführung einer Eingangsklasse fünf jedoch kein Thema.

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Abgesehen von neuen Räumen braucht die Wiss für die gestiegenen Schülerzahlen auch engagierte Lehrer. Diese zu finden und zu halten, ist derzeit schwer wegen des Fachkräftemangels, der auch die Schulen trifft. Derzeit sind fünf junge Lehrer im öffentlichen Dienst an der Wiss angestellt. Damit sie nicht zu anderen Schulen mit besseren Konditionen wechseln, werden ihre Stellen nun in ein Beamtenverhältnis umgewandelt. Zudem werden weitere Stellen geschaffen. Maren Bachmann (SPD) lobte die gute Arbeit an der Wiss. Die Lehrer nehmen teilweise weite Anreisen auf sich, um dort zu arbeiten, „das ist die Stärke der Wirtschaftsschule“.

Die Realschule ist endgültig vom Tisch

Dass die Regierung von Schwaben insgesamt sechs neue Räume als umsetzbar ansieht, freute Georg Schneider (SPD). Claudia Schäfer-Rudolf (CSU) sah die Zusage ebenso als kleinen Erfolg der Wirtschaftsschule. „Wir entwickeln uns nach vorne, sonst hätte die Regierung die Räume nicht genehmigt“, sagte die CSU-Chefin.

Erst im April dieses Jahres hatte der Stadtrat den Antrag zurückgezogen, die Wirtschaftsschule zu einer Realschule umzuwandeln. Ende 2015 noch sah nämlich Bürgermeister Raphael Bögge wegen sinkender Schülerzahlen Schwarz für die Zukunft der städtischen Wirtschaftsschule. Er hätte stattdessen lieber eine Realschule gehabt, doch damit traf er bei den Bürgermeisterkollegen aus den umliegenden Städten Vöhringen, Weißenhorn und Neu-Ulm auf starken Gegenwind. Auf Empfehlung der Verwaltung stellte Senden damals dennoch einen Antrag ans Landratsamt Neu-Ulm zum Umbau zur Realschule.

Ende 2016 konnte Wiss-Schulleiterin Helga Grabinger aufatmen: Die Wirtschaftsschule kam bei einem Modellversuch zum Zug, mit dem der Einstieg bereits ab der sechsten Klasse getestet werden sollte. Dieser lief seit 2013 und schon damals, nämlich bereits vor Bögges Zeit in Senden, hatte sich Senden beworben – durfte jedoch erst einsteigen, als das Kultusministerium die Zahl der Test-Schulen erhöhte. Der Versuch hat der Wiss die Zukunft gesichert. Wie berichtet, war er so erfolgreich, dass nun öfter über einen Modellversuch ab der fünften Klasse nachgedacht wird.

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