1. Startseite
  2. Lokales (Neu-Ulm)
  3. Israelis kaufen Ratiopharm

24.12.2010

Israelis kaufen Ratiopharm

Noch prangt der Merckle-Schriftzug auf den Firmengebäuden von Ratiopharm in Ulm. Doch der Generika-Hersteller ist inzwischen ein Teil des israelischen Teva-Konzerns. Foto: arc
Bild: arc

Ulm Lange haben die Verantwortlichen nach einem Käufer gesucht, im März konnten sie ihn präsentieren: Teva Pharmaceutical, der weltweit größte Hersteller von Nachahmermedikamenten, hat Ratiopharm übernommen. Der israelische Konzern zahlte rund 3,625 Milliarden Euro für den Ulmer Generika-Hersteller. Der Verkaufserlös geht in die Sanierung der überschuldeten Firmengruppe von Adolf Merckle, der sich im vergangenen Jahr selbst das Leben genommen hatte, nachdem er sich mit riskanten Börsengeschäften ruiniert hatte.

Der neue Eigentümer wurde in der Münsterstadt zunächst mit offenen Armen empfangen, inzwischen spüren viele bei Ratiopharm aber einen raueren Wind. So wurde nicht nur Geschäftsführer Oliver Windholz ausgetauscht - nach Medieninformationen wechselt er zum neuen Jahr an die Spitze des ebenfalls zur Merckle-Gruppe gehörenden Pharma-Großhändlers Phoenix - sondern auch die Belegschaft muss Federn lassen.

Am Standort Ulm fallen 150 Arbeitsplätze weg

150 Stellen werden laut Ratiopharm wahrscheinlich in Ulm wegfallen, deutschlandweit sollen sogar die Jobs von 600 Mitarbeitern vor dem Aus stehen. Der Standort Ulm als Standort von Ratiopharm sei aber für die Zukunft gesichert. So werde die Verwaltung der Firmengruppe ebenso wie die Forschung in Ulm mit ihren derzeit 2300 beziehungsweise 2800 Mitarbeitern (mit Außendienst) konzentriert. Vor allem aus Gewerkschaftkreisen sind aber auch kritische Stimmen zu hören, die vor einem weiteren Kahlschlag in Ulm warnen - beim neuen Eigentümer zählten nur Zahlen.

Teva hatte nach einem Bieterrennen den Zuschlag für Ratiopharm bekommen, das als Filetstück in der Merckle-Gruppe galt, schließlich warf der Generika-Hersteller ("Gute Preise - gute Besserung") stets Gewinne ab: 2009 machte das Unternehmen einen Umsatz von 1,6 Milliarden Euro, der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen bei 307 Millionen Euro.

Themen Folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Lesen Sie dazu auch
Copy%20of%20KAYA2486(1).tif
Ulm

Ratiopharm-Mutter streicht 14000 Stellen

ad__nl-chefredakteur@940x235.jpg

SECHS UM 6: Unser neuer Newsletter

Die sechs wichtigsten Neuigkeiten um 6 Uhr morgens sowie ein Ausblick auf den
aktuellen Tag – Montag bis Freitag von Chefredakteur Gregor Peter Schmitz.

Newsletter bestellen