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Neu-Ulm

29.11.2019

Jetzt geht der B10-Ausbau bei Neu-Ulm richtig los

Die chronisch verstopfte B10 zwischen Neu-Ulm und der A7-Anschlussstelle Nersingen wird vierspurig ausgebaut.
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Die chronisch verstopfte B10 zwischen Neu-Ulm und der A7-Anschlussstelle Nersingen wird vierspurig ausgebaut.
Bild: Alexander Kaya

Plus Die chronisch überlastete Straße zwischen Neu-Ulm und dem Anschluss an die A7 wird auf vier Spuren erweitert. Wie der Zeitplan aussieht.

Auf einer Länge von mehreren Hundert Metern haben Bagger großflächig Erdreich abgetragen. Die Schneise lässt erahnen, wie breit die Bundesstraße an dieser Stelle einmal sein wird. Auch am Brandstätter See sind schwere Maschinen im Einsatz. Dort muss ein Stück des Ufers weichen, um Platz für die Autos zu schaffen. Die vorbereitenden Arbeiten für den vierspurigen Ausbau der B10 haben längst begonnen. Doch jetzt geht es zwischen Neu-Ulm und der Autobahnanschlussstelle Nersingen richtig los. Am Freitag war symbolischer Spatenstich.

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In den vergangenen Jahren 120 Millionen Euro in Neu-Ulm verbaut

Mit dem Ausbau werde eine durchgängige, leistungsfähige und verkehrssichere Verbindung von der Autobahn bis nach Neu-Ulm geschaffen, sagte Wilhelm Weirather, der Leiter des Staatlichen Bauamts Krumbach bei dem offiziellen Baustellentermin an der Anschlussstelle Burlafingen. In den vergangenen Jahren seien an der B10 im Bereich der Stadt Neu-Ulm insgesamt etwa 120 Millionen Euro verbaut worden. Insofern sei das derzeitige Vorhaben „der finale Schlusspunkt“.

Auf der 5,5 Kilometer langen Strecke zwischen Neu-Ulm und der A7 gibt es immer wieder Staus

Der 5,5 Kilometer lange Abschnitt der Bundesstraße zwischen Neu-Ulm und der A7 ist seit Jahren chronisch überlastet. Im Berufsverkehr gibt es regelmäßig Staus, auch am Freitag steckten Autofahrer, die in die Stadt wollten, in langen Schlangen. Dazu kommen immer wieder schwere Unfälle, wie am Dienstag dieser Woche, als zwischen Neu-Ulm und Burlafingen ein Auto mit einem Lastwagen zusammenstieß. Um dauerhaft für Entlastung auf der Strecke zu sorgen, wird die B10 nun von zwei auf vier Spuren ausgebaut.

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Wann der vierspurige Ausbau der B10 fertig sein soll

Die zwei neuen Spuren entstehen südlich der bestehenden Fahrbahn (von Neu-Ulm nach Nersingen aus gesehen rechts). Sie werden zuerst gebaut, danach wird die bisherige Trasse erneuert. Mehrere neue Brücken entlang des Abschnitts stehen bereits. Der Kampfmittelräumdienst musste vor zwei Wochen eine 125 Kilogramm schwere Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg im Bereich des Breitenhofs entschärfen. Nun hoffen die Bauleute, dass die weiteren Arbeiten ohne Zwischenfälle vorangehen können. Neben den zwei zusätzlichen Spuren müssen auch die Anschlussstellen Breitenhof, Burlafingen und A7 erneuert werden. Dann müssen sich Autofahrer auf Behinderungen und Umleitungen einstellen. Für das Bauvorhaben ist ein Zeitrahmen von 2020 bis 2023 vorgesehen. Falls möglich, soll es noch etwas schneller gehen: „Ich hoffe, dass wir 2022 den Verkehr über die neue Straße leiten können“, sagte Wilhelm Weirather. Die Baukosten belaufen sich auf etwa 45 Millionen Euro und werden vom Bund und vom Freistaat Bayern getragen.

Was Gerold Noerenberg und Beate Merk zum Ausbau sagen

„Es geht jetzt endlich los“, sagte Oberbürgermeister Gerold Noerenberg (CSU) vor dem offiziellen Spatenstich. „Ich freue mich, dass jetzt mit diesem wichtigen Lückenschluss begonnen wird.“ Er erwarte, dass der Ausbau für die Bürger in Burlafingen, Pfuhl und Offenhausen eine gewaltige Erleichterung bringen werde. Auch die Landtagsabgeordnete Beate Merk (CSU) hob die große Bedeutung der Verkehrsachse hervor und äußerte die Hoffnung, dass diese nach dem Ausbau auf Dauer sicher, leistungsstark und zukunftsfähig sein werde. Merk räumte jedoch ein, dass sie den Beginn der Arbeiten „mit einem lachenden und einem weinenden Auge“ sehe. Die Bedenken hinsichtlich der Dimension des Ausbaus und der Ärger der Projektgegner seien verständlich. Schließlich gingen Teile des Pfuhler Rieds verloren. „Der Preis der Straße ist nicht nur in Euro zu bemessen“, sagte die Abgeordnete. Naturschützer hatten kritisiert, dass der autobahnähnliche Ausbau völlig überdimensioniert sei. Ihrer Ansicht nach hätte eine Breite von 21 Metern genügt. Ihre Klage gegen den Planfeststellungsbeschluss wurde allerdings abgewiesen.

Lesen Sie dazu einen Kommentar: Der Verkehr auf der B10 wird weiter zunehmen

Langsam auf die Zielgerade biegen die Arbeiten ein Stück weiter westlich, nämlich auf der Europastraße. Die 300 Meter lange Brücke, über die künftig der Durchgangsverkehr geführt werden soll, steht bereits. Der Umbau auf der Kreuzung der B10 mit der Otto-Hahn-Straße und der Otto-Renner-Straße soll bis August nächsten Jahres fertig sein. Für die Autofahrer heißt das: ein Nadelöhr weniger.

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