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Jubiläumsfeier in Neu-Ulm: Ein Höhepunkt? Nein, viele!

Jubiläumsfeier in Neu-Ulm: Ein Höhepunkt? Nein, viele!
Kommentar Von Ronald Hinzpeter
04.10.2019

Natürlich gab es einige, die vorher gemäkelt hatten, doch die Neu-Ulmer Jubiläumsfeier war genau richtig so

Es ist vorbei: 54 Wochen lang hat die NUZ in einer großen Serie beleuchtet, wie Neu-Ulm wurde, was es ist, wer und was die Stadt geprägt hat und wie es in den selbstbewussten Stadtteilen zugeht. Die Serie hat schlaglichtartig gezeigt, wie vielfältig und interessant dieses Gebilde ist, das zwar keine große Vergangenheit hat wie Ulm, dafür aber eine große Zukunft.

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Zum Jubiläum haut Neu-Ulm auf die Pauke

Und die Gegenwart? Ist viel besser als der graumausige Ruf, der Neu-Ulm gerne angehängt wird. Das hat sich besonders nachdrücklich bei den Feiern zu 150 Jahren Stadterhebung gezeigt, die vor einer knappen Woche zu Ende gingen – standesgemäß mit einem mehr als tausendstimmigen Trommelwirbel. Ja, Neu-Ulm kann mit Recht stolz auf die Pauke hauen. Hier ist das Wachstum zuhause. Die Jubiläumsmacher haben ganz bewusst einen sehr breit angelegten Veranstaltungskatalog zusammengestellt, in dem nicht das eine Großereignis herausragte. Tatsächlich gab es Überlegungen, ein großes Konzert steigen zu lassen, mit den Toten Hosen oder den Fantastischen Vier als Hauptattraktionen. Doch damit wäre der Feier-Etat auf einen Schlag zur Hälfte aufgebraucht gewesen und hätte hauptsächlich eine Menge Event-Fans glücklich gemacht, die von weit her angereist wären. Es wäre aber kein Festhöhepunkt gewesen, der in erster Linie die Neu-Ulmerinnen und Neu-Ulmer erfreut hätte.

Jubiläum mit Bürgertheater und Zaubershow

Die bekamen nicht nur viel in der Breite geboten, sie konnten sich auch in zahlreichen Projekten selber einbringen. Von der Zaubershow im April bis zur Trommelgala am Ende, vom originellen Kurzfilmfestival über das Bürgertheater, das extralange Straßenkulturtreffen bis zum Massenspektakel, dem Feierwochenende Anfang Juni: Es war so viel los und es war wirklich schön. Natürlich hatten Mäkelstimmen, auch unter unseren Journalistenkollegen, bekrittelt, dass dem ganzen Gefeiere der Höhepunkt fehle. Das stimmt im Prinzip: Es gab nicht einen Höhepunkt, sondern viele – und das ist gut so.

Jubiläumsfeier in Neu-Ulm: Ein Höhepunkt? Nein, viele!

Kein Großspektakel zum Jubiläum

Das Jubiläumsprogramm sollte in erster Linie nicht dazu dienen, sich möglichst effektvoll auf die Schultern zu klopfen, sondern ein besseres Gemeinschaftsgefühl zu entwickeln. Das tut tatsächlich not, denn Neu-Ulm zerfällt in viele Stadtteile, die sich oft selber genug sind, die in erster Linie in ihren Gemarkungsgrenzen denken. Es scheint, als habe das breit angelegte Bürgerfest die Grenzen ein Stück weit aufgeweicht. Das ist nachhaltiger als teure Großspektakel.


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