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Konzert

30.10.2017

Karibische Gefühle in Senden

Das Jazz-Wochenende lockte mit vielen Angeboten zahlreiche Zuhörer in die Illerstadt. Für den Auftritt von Joo Kraus mussten zusätzliche Stühle geholt werden.

„No Hablo Espanol“, „Pacific Rainbow“ oder „Tequila“ lauteten die Songtitel des Abends: Durchweg von südlichen Gefilden ließen sich die Musiker am Samstagabend in Senden inspirieren, bei der „Latin-Carribean Night“ mit der Sendener Big Band „The Dirty Chords“ – und Star-Trompeter Joo Kraus.

Vor zwei Wochen hatte die Ulmer Jazz-Berühmtheit Joo Kraus mit den Musikern der Big Band in einem gemeinsamen Workshop geprobt und ihnen dabei die Kunst der Improvisation ans Herz gelegt. Und wo die hinführen kann, machte er gleich in seinem ersten Auftritt deutlich. Zu der Erkenntnis, dass allein eine zündende Idee und ein Instrument ausreichen, um ein Publikum minutenlang in Staunen zu versetzen. Das gelang ihm aus dem Stand mit einer kurzen musikalischen Einleitung, einem filigran gewobenen Teppich aus Trompetenklang, vorsichtigen Beats und ausgesuchten Soundeffekten, die zum Markenzeichen des Ulmers gehören und die er doch immer wieder neu und anders angeht.

Jazzprofi Joo Kraus legt brillante Soli hin

Von ganz anderen Seiten präsentierte sich Kraus im Lauf des Abends, den der Jazzprofi noch mehrmals um brillante Soli bereicherte.  Verstecken muss sich aber auch die Sendener Big Band nicht – vereinen die „Dirty Chords“ doch 23 ambitionierte Musiker, die sowohl im Ensemble als auch mit Soloauftritten glänzen. Sie haben sich in den letzten Jahren, die Band existiert immerhin bereits seit 1999, einen Namen gemacht. Zum Repertoire gehören Soul, Blues, Swing und Funk, in den meisten Fällen in eigenen Arrangements. Einen kompletten Latin-Abend zu gestalten, war für die Band allerdings eine neue Idee, mit der sie nun offenbar direkt ins Schwarze traf. In der Aula der Wirtschaftsschule jedenfalls mussten reichlich zusätzliche Stühle für den unerwartet großen Besucheransturm aufgestellt werden.

Mit einem vielseitigen Programm von Herbie Hancocks „Watermelon Man“ über „Per Un Amigo“, eine Komposition des Bandleaders Rainer Bischof, bis zu „Master Blaster“ oder David Sanburns „As We Speak“ reichte die Spannbreite der gekonnt präsentierten Stücke. Souverän meisterten auch die beiden jungen Gesangssolisten Dorothe Henkel und Felix Lecheler ihre Parts.

Für noch mehr klangliche Highlights sorgten neben Joo Kraus weitere, namhafte Special Guests: Ralf Ritscher am Saxofon, Klaus Natterer am Bariton, Corinna Kukuc (Flöte) und der Ulmer Schlagzeuger Klaus Feldhoff setzten ausdrucksstarke musikalische Akzente. Und zum Schluss, bei „Oye como va“, machten sogar noch Tänzer Stimmung. Viel Applaus und Zugabe-Rufe verabschiedeten die Akteure, bevor der zweite Akt des Abends ins Haus stand: Partylaune mit den spaßig-eigenwilligen Arrangements der Band „Zäpfle-Bräss“ aus Überlingen.

Schon am Abend zuvor hatten die Sendener übrigens ein begeisterndes Konzert im Bürgerhaus genießen können: Den Auftritt des Landesjugend-Jazzorchesters unter Harald Rüschenbaum feierte das Publikum mit Jubel. Die passionierten jungen Musiker, die in Senden einen ihrer ersten Auftritte in neuer Zusammensetzung absolvierten, hatten mit musikalischem Feinschliff und enormer Spielfreude beeindruckt.

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