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20.12.2016

Kindergarten im Wald schließt

Alternatives Angebot in Thalfingen

Es klang wie im Märchen: „Leben wie Hänsel und Gretel“ titelte unsere Zeitung 2012 bei der Einrichtung des Waldkindergartens in Thalfingen. „Waldfüchse bleiben im Revier, Gemeinderat verlängert Einrichtung des Waldkindergartens auf unbestimmte Zeit“ konnte man 2015 schließlich lesen. Alle, besonders die Kinder, waren glücklich. Sie wollten nie mehr in einen geschlossenen Kindergarten, berichteten sie bei einem Besuch in ihrem Revier. Jetzt endet das Märchen.

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Auf Antrag der Katholischen Pfarrkirchenstiftung St. Laurentius „ist ein Betrieb der Waldgruppe wegen der großen Entfernung zwischen dem Treffpunkt am Tennisheim und dem Bauwagenstandort im Auwald aus pädagogischer und organisatorischer Sicht auf Dauer nicht darstellbar“. Die Pfarrkirchenstiftung informierte die Gemeinde kürzlich darüber, dass der Waldkindergarten zum 31. Dezember geschlossen wird.

Gleichzeitig sollen die wertvollen Erfahrungen aus der Waldgruppe weiter genutzt und in anderer Weise fortgeführt werden. Aus den Waldfüchsen sollen Gartenfüchse werden, wie Gemeinderat Thomas Grimminger (FWE) in der jüngsten Gemeinderatssitzung bemerkte. Alternativ zur Waldgruppe soll eine „Naturgruppe“ eingerichtet werden. Der gemeindliche Bauwagen, die Waldheimat der Kinder, soll im Garten des Kindergartengeländes in der Thalfinger Gartenstraße aufgestellt werden. Der Bauwagen soll von einer aus zehn bis zwölf Kindern bestehenden festen Gruppe genutzt werden und den täglichen Ausgangspunkt für Exkursionen in der Umgebung darstellen. Die Gruppe ist lediglich eine räumlich ausgelagerte Gruppe.

Kindergarten im Wald schließt

Die Verwaltung empfahl nun dem Gemeinderat, der beantragten Einrichtung einer Naturgruppe zuzustimmen, was dieser mit 13:6 Stimmen tat. In der Sitzungsvorlage heißt es, durch den Standort des Bauwagens ergäben sich auf dem Kindergartengelände Synergieeffekte, zum Beispiel in den Personalfragen oder bei Sanitäreinrichtungen. Außerdem könne so das besondere Angebot der Naturpädagogik für interessierte Eltern aufrecht erhalten werden. Die Verwaltung geht davon aus, dass der Betrieb im März 2017 aufgenommen wird.

Bedauern im Gemeinderat

Reinhard Rotermund (Die Eule) bedauerte die Schließung des Waldkindergartens und betonte, dass er in einem Brief an Pater Ulrich darauf hingewiesen habe, dass sich die Kinder im Wald äußerst wohl fühlten. Charlotte Seeger-Schnizer (SPD) fragte, welche Naturideen im Garten verwirklicht werden könnten. Sie vermisste wie Karin Batke (UFWG) und Armin Willbold (DGO) ein Konzept. „Schade, dass man ein so erfolgreiches Projekt zu Grabe tragen muss“, bemerkte Karl Mayer (CSU). (mde)

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