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Neu-Ulm

17.10.2018

Kläranlage in Holzschwang wird wohl stillgelegt

Die Kläranlage Holzschwang (im Hintergrund Holzschwangs Georgskirche) wird in den kommenden Jahren wahrscheinlich stillgelegt. Das Abwasser wird dann nach Reutti gepumpt.
Bild: Gerrit-R. Ranft

Holzschwangs Abwasser wird ab 2030 wahrscheinlich nach Reutti gepumpt. Diskutiert wird zudem über die Grundschule in Reutti und die Ortsverbindungsstraße

Das gewohnt friedfertige Bild bot sich auch diesmal wieder auf der Bürgerversammlung für Holzschwang und Hausen in der Holzschwanger Mehrzweckhalle. Die Stadtspitze benötigte 72 Minuten, den knapp 90 abendlichen Gästen – unter ihnen zwei Dutzend Stadträte – Rechenschaft über ihr Handeln in den vergangenen zwei Jahren abzulegen. Fünf Fragen aus dem Zuhörerkreis waren bald beantwortet, so dass sich der Oberbürgermeister zum Schluss der Veranstaltung schon um 20.20 Uhr einen Schoppen bestellen konnte.

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Manch einer sorgt sich um die Grundschule in Reutti, die Holzschwangs Kinder besuchen. Ob die demnächst erweitert werde, wollte ein Vater wissen. Dazu gebe es trotz des in Neu-Ulm herrschenden Geburtenzuwachses vorerst keinen Anlass, sagte Ralph Seiffert als zuständiger Abteilungsleiter. Er habe die Entwicklung ständig im Blick. Denkbar, dass in den 20er Jahren darüber nachgedacht werden müsse. „Aber heute sind wir davon noch weit entfernt.“

Nachdem sich jüngst dort ein Unfall ereignet hatte, regte ein anderer Vater an, den Schulbus direkt an der Schule halten zu lassen. Die Verwaltung habe bereits reagiert, so Seiffert. Der Vereinsring wünscht neue Stühle für die Halle. OB Gerold Noerenberg nahm die Anregung mit, er will schriftlich darauf antworten. Allerdings seien nun erst mal Sanierung und Erweiterung der Umkleideräume in der Planung, die auf 700000 Euro veranschlagt seien. Ende des Jahres werde der Stadtrat die Finanzierung beraten.

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Bedenken brachte eine Hausenerin zur geplanten teilweisen Verlegung der Ortsverbindungsstraße zwischen Hausen und Jedelhausen vor. Das bedeute doch wieder erheblichen „Flächenfraß“. Noerenberg wollte da lieber abwägen zwischen dem eher geringfügigen Flächenverbrauch und den Vorteilen, die Hausen daraus ziehe. „In Hausen kann man wegen des Durchgangsverkehrs zur Zeit nichts zum Guten verändern“, sagte Noerenberg. Erst mit dem Kurzschluss zwischen von-Halle-Straße und Hausener Straße außerhalb der Ortschaft, für den der Baubeginn 2020 angepeilt sei, ließen sich innerorts Verbesserungen einführen. Der Flächenverbrauch für das 200 Meter lange Straßenstück sei gering, sagte Abteilungsleiter Tobias Frieß. Außerdem werde die Straße Richtung Jedelhausen anschließend für den landwirtschaftlichen Verkehr zurückgebaut.

Die örtliche Kläranlage, deren Betrieb bis 2023 befristet sei, werde wohl stillgelegt, kündigte Frieß an. Statt sie aufzurüsten, sei es günstiger, Holzschwangs Abwasser nach Reutti zu pumpen und von dort zum Steinhäule zu schicken. Frieß warnte vor den vermehrt auftretenden Fällen von Starkregen, auf die Neu-Ulms Kanalisation weitgehend nicht ausgelegt sei. Wichtig sei deshalb, eigene Rückstaueinrichtungen regelmäßig zu prüfen und funktionsfähig zu halten.

Einleitend hatte Noerenberg erneut die Gründe Neu-Ulms für den angestrebten Austritt aus dem Landkreis erläutert. Die Klage wegen des nicht zugelassenen Bürgerbegehrens liege seit Juni bei Gericht. Die Entscheidung könne jederzeit fallen. Mit ihren 61000 Einwohnern sei Neu-Ulm die größte nicht kreisfreie Stadt in Bayern. Selbstverständlich werde die Stadt weiterhin mit den anderen Kommunen und dem Kreis zusammenarbeiten.

Keine Rede könne davon sein, dass mit dem Austritt Neu-Ulms aus dem Landkreis eine Lawine im Land losgetreten werde. Höchstens zwei Städte könnten für einen solchen Schritt noch in Frage kommen. Auf keinen Fall aber Donauwörth, das es ja nicht einmal auf 20000 Einwohner bringe. Übrigens könne die Stadt überhaupt nicht den Antrag auf Kreisfreiheit stellen, sondern der Staatsregierung nur eine Anregung dazu übermitteln. Entscheiden werde der Landtag. Da finde Demokratie statt und nicht Gutsherrenart.

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