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Landtagswahl

06.09.2018

Klaus Rederer (Grüne) will Fürsprecher des Landkreises sein

Klaus Rederer tritt bei der Landtagswahl im Oktober als Direktkandidat der Grünen im Stimmkreis Neu-Ulm an. Er setzt unter anderem auf die Themen Datenschutz und Bürgerrechte.
Bild: Horst Hörger

Klaus Rederer kämpft auch als Landtagskandidat der Grünen in Neu-Ulm gegen den Nuxit. Seine zentralen Themen im Wahlkampf sind aber Datenschutz und Bürgerrechte.

Viele Bürger haben Klaus Rederer in den vergangenen Monaten als einen vehementen Verfechter für den Erhalt des Landkreises Neu-Ulm kennengelernt. Als Landtagskandidat der Grünen rückt er dieses Thema zwar nicht in den Vordergrund, will aber weiter für die Sache streiten: „Durch das Abschmettern des Bürgerbegehrens ist der Nuxit zu einer landespolitischen Frage geworden“, sagt der 53-jährige Neu-Ulmer. Nach dem Innenministerium sei der bayerische Landtag die letzte Instanz, die darüber entscheidet, ob die Stadt Neu-Ulm kreisfrei wird oder nicht. Sollte er zum Abgeordneten gewählt werden, werde er sich als der Fürsprecher des Landkreises sehen und sich deshalb auch für dessen Erhalt einsetzen, sagt Rederer. Seiner Ansicht nach wäre der durch den Nuxit notwendige Umbau der Verwaltung aufwendig und teuer. Die Gestaltungsmöglichkeiten der Stadt seien groß genug, wie man an der positiven Entwicklung der vergangenen Jahre sehen könne, von NU21 über die Ratiopharm-Arena bis hin zur Erfolgsgeschichte der Hochschule. Über seinen Kampf gegen den Nuxit sagt Rederer aber auch: „Das hat nichts mit Parteipolitik zu tun, sondern ist persönliches Engagement.“

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Die Themen, mit denen Rederer im Wahlkampf wirbt und die für ihn von zentraler Bedeutung sind, sind Datenschutz und Bürgerrechte. Ersteres ist sein Spezialgebiet – zusammen mit seinem Bruder führt er eine Softwarefirma, die sich auf die Betreuung von Recyclingunternehmen spezialisiert hat. Als „Doktor Rederer“ tourt der 53-Jährige seit mehreren Wochen durch Schwaben und gibt Vereinen und kleinen Betrieben Tipps zum Umgang mit der Europäischen Datenschutz-Grundversorgung. „Vereine werden vom Innenministerium im Stich gelassen“, beklagt Rederer. Die Datenschutzbehörde des Freistaats in Ansbach (Mittelfranken) habe etwa 27 Mitarbeiter und sei zuständig für 600000 Betriebe, Vereine und Verbände. „Da attestiere ich komplettes Regierungsversagen.“

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Die Bürgerrechte sieht Rederer weniger durch staatliche Einschränkungen in Gefahr als durch „das Greifen der Datenkrake nach uns in Europa durch Google, Facebook und Co.“ Da sei eine unglaublich große Macht entstanden. „Die machen, was sie wollen“, sagt der Grünen-Politiker über die amerikanischen Riesenkonzerne. „Und die Politik schaut zu, weil sie’s bislang gar nicht richtig kapiert hat.“ Rederer fordert, dass die Monopolstrukturen vom Gesetzgeber eingeschränkt werden müssen.

Ein anderer Schwerpunkt sind für ihn prekäre Beschäftigungsverhältnisse, in denen sich viele Arbeitnehmer befinden, und die er dringend wieder in sozialversicherungspflichtige Jobs zurückführen will. Dass ihm dieses ur-sozialdemokratische Thema am Herzen liegt, kommt nicht von ungefähr: Rederer kam als junger Mann an der Uni über die Jusos zur Politik. Mehrere Jahre lang war er Stadt- und Kreisrat, 2002 trat er für die SPD bei der OB-Wahl in Neu-Ulm gegen Beate Merk (CSU) an. „Und dann bin ich an der Agenda 2010 verzweifelt“, sagt Rederer rückblickend. Schließlich legte er seine Mandate nieder, trat aus der Partei aus – und fand nach einer längeren Findungsphase eine neue Heimat bei den Grünen. Seitdem macht ihm Politik wieder Spaß, und die Öko-Partei vermittelte ihm das Gefühl: „Ich gehöre wieder dazu.“

Einen Kommentar zur geplanten Nuxit-Petition lesen Sie hier: Petition zum Nuxit ist gut für die Bürger

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