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Gestaltung

25.01.2017

Kostenexplosion: Schulhof-Umbau wird viel teurer

Die Außenanlagen der Mittelschule Elchingen werden umgestaltet. Der Brunnen soll dabei erhalten bleiben.

Die Mittelschule soll für fast eine halbe Million Euro neue Außenanlagen bekommen. Doch die Räte sehen Sparpotenzial

Die Gemeinde Elchingen muss bei der Gestaltung der Außenanlagen an der Mittelschule tief in die Tasche greifen. Tiefer als bisher angenommen. Denn aktuell gehen die Planer von fast einer halben Million Euro aus. Der Vorentwurf zur Neugestaltung des Schulhofs aus dem Jahr 2011 sagt Kosten von 270000 Euro vor.

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Im Laufe des vergangenen Jahres wurde diese Planung auf dem 5000-Quadratmeter-Areal vom Büro für Freiraumplanung Seliger überarbeitet und nun in der jüngsten Gemeinderatssitzung vorgestellt: eine Holzterrasse mit Blick aufs Donautal, eine Feuerwehrzufahrt oder Zierkirschen, die den Hof in Grund- und Mittelschule – etwa 425000 Euro soll der Umbau kosten.

Dabei seien bereits alle möglichen Einsparpotenziale berücksichtigt worden, wie Planerin Dörthe Seliger ausführte. Doch auch die abgespeckte Planung verursachte angesichts der schlechten Finanzlage der Gemeinde bei den Räten heftige Bauchschmerzen. Zwar wurde die „pädagogisch-bauliche Planung“ von allen Ratsmitgliedern als gelungen bezeichnet, gleichzeitig stellten sie sich die Frage, ob es an der ein oder anderen Stelle nicht noch Einsparmöglichkeiten gäbe. Diese betrafen zum Beispiel das 53000 Euro kostende „Grüne Klassenzimmer“, die 54000 Euro für das Betonpflaster, den 28000 Euro teueren Rückbau der Baustelleneinrichtung oder die 12000 Euro für die Holzterrasse mit Sitzstufen.

Kostenexplosion: Schulhof-Umbau wird viel teurer

Die Planung sei günstig, aber nicht billig, unterstrich Bürgermeister Joachim Eisenkolb. Manfred Bittner (Die Eule) lobte die klare Raumaufteilung, schlug jedoch angesichts der prekären Haushaltslage deren Aufteilung in Etappen vor. Er erinnerte daran, dass die Planung bereits die Bedürfnisse einer Ganztagsschule berücksichtige. Johann Gröger (FWE) unterstrich, dass mit der Planung in der finalen Phase der Mittelschulsanierung eine gelungene Symbiose zwischen pädagogischem Anspruch und einem ansprechenden Gesamtbild gelungen sei. Doch auch er stellte fest, dass die Gesamtsanierungskosten von fünf Millionen Euro nicht überschritten werden dürften und die vorgestellte Planung noch einmal im Arbeitskreis Bau diskutiert werden sollte.

Richard Rösch (DGO) fragte, ob ein Gelände, das ausschließlich für die fünfzehnminütigen Schulpausen genutzt würde, mit grünem Klassenzimmer oder mit Spielgeräten für Grund- und Mittelschüler ausgestattet werden müsste. Karin Batke (UFWG) erinnerte daran, dass dies nicht die erste bauliche Anlage sei, deren Kostensteigerung den Gemeinderat überrasche. Ihr fehlten in der Planung Überdachungen und Schattenplätze. Auch sie forderte eine erneute Diskussion im Arbeitskreis Bau.

Achim Götz (CSU) sagte, dass der Gemeinderat bei einem Ortstermin festgestellt habe, dass niemand ein „Grünes Klassenzimmer“ brauche. Karl Mayer (CSU) meinte sarkastisch „das sehr arme Elchingen“ könne, wie schon beim Dorfplatz Thalfingen, die billigste aller Lösungen wählen und „einfach gar nichts tun“. Er forderte noch eine Klärung der Zuschussmöglichkeiten für das Projekt. Charlotte Seeger-Schnizer (SPD) betonte, dass „die Ausgestaltung dieses riesigen Platzes kein Luxus ist“ und sie deshalb über die schockierten Ratsmitglieder erstaunt sei. Die Entwurfsplanung wurde schließlich mit 11:10 Stimmen an den Arbeitskreis Bildung und Soziales verwiesen. (mde)

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