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Kostenexplosion wegen Korruption bei Stuttgart 21? Minister fordert Aufklärung von der Deutschen Bahn

Stuttgart/Ulm

Kostenexplosion wegen Korruption bei Bahn-Projekt Stuttgart 21?

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    Ursprünglich sollten der unterirdische Durchgangsbahnhof und seine Anschlussstrecken 4,5 Milliarden Euro kosten und 2021 in Betrieb gehen.
    Ursprünglich sollten der unterirdische Durchgangsbahnhof und seine Anschlussstrecken 4,5 Milliarden Euro kosten und 2021 in Betrieb gehen. Foto: Sebastian Gollnow (dpa)

    Die Korruptionsvorwürfe beim Bahnprojekt Stuttgart 21 haben den baden-württembergischen Verkehrsminister Winfried Hermann auf den Plan gerufen. Er forderte am Freitag von der Deutschen Bahn, den Sachverhalt rasch aufzuklären. Schließlich leiste das Land einen erheblichen finanziellen Beitrag von fast zwei Milliarden Euro für das Projekt und für die Neubaustrecke Stuttgart-Ulm, sagte der Grünen-Politiker in Stuttgart. "Deshalb haben wir auch einen Anspruch auf Information."

    In einem Brief des Amtschefs des Verkehrsministeriums verlangte dieser von der Deutschen Bahn eine umfassende und ausführliche Stellungnahme. Das Staatsunternehmen wies die Vorwürfe zurück. Man sei allen dem Unternehmen vorliegenden Hinweisen nach gesetzlichen und internen Regeln nachgegangen, teilte ein Sprecher der Deutschen Bahn in Berlin mit. Alle Hinweise seien umfassend geprüft worden. "Rechtsverstöße wurden nicht festgestellt." Die Deutsche Bahn werde mit maximaler Transparenz den berechtigten Stellen gegenüber die Ergebnisse der Untersuchungen mitteilen.

    Bericht der Financial Times: Kostenexplosion durch "eklatantes Missmanagement"

    Zuvor hatte die Financial Times unter Berufung auf zwei anonyme Hinweisgeber berichtet, dass ein Teil der Kostensteigerungen bei dem derzeit auf 8,2 Milliarden Euro taxierten Projekt Stuttgart 21 durch "eklatantes Missmanagement" und Korruption entstanden sein soll.

    Laut dem Bericht sind im Jahr 2015 mehrfach Hinweise bei der Compliance-Abteilung der Deutschen Bahn eingegangen, in denen die Hinweisgeberin auf die behaupteten Missstände aufmerksam gemacht habe. Nach ihrer und der Einschätzung eines Kollegen seien Mehrkosten in Höhe von 600 Millionen Euro entstanden. So seien Arbeiten beauftragt worden, die nicht notwendig gewesen seien.

    Die Staatsanwaltschaft in Stuttgart leitete einen Prüfvorgang ein. Förmliche Ermittlungen seien aber nicht aufgenommen worden, sagte eine Sprecherin. (dpa)

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