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Frauenkabarett

11.03.2014

Kurzweilige Witzwundertüte

Christa Mayerhofer, Monika Bothe und Corina Wagner (von links) boten im Theater Neu-Ulm Vergnügliches.
Bild: Florian L. Arnold

„Apfelstrudel mit Chilisauce“ heimste Applaus ein im Neu-Ulmer Theater. Dabei ging es auch um Kakerlakenpralinen

Der Frontmann der Punkrockband „Nachtigallen“ ist inkontinent und doof. Glücklicherweise gibt es einen Ausweg für die strauchelnde Karriere: die neue Reality-Show „Little Sister“. Blöd nur, dass die Kamera immer nur seinen Windelhintern zeigt. Solche und ähnlich absurde Geschichten gabs zuhauf im Frauenkabarett „Apfelstrudel mit Chilisauce“ im Theater Neu-Ulm.

Als Gastspiel im Rahmen der Donnerstags-Wundertüte kredenzten Christa Mayerhofer und Corina Wagner kabarettistische Szenen und Texte, Monika Bothe sorgte am Akkordeon für schmissige Begleitung. Das Konzept: Bunt durcheinander gewürfelte Szenen, die sich mit musikalischen Bonmots kreuzten. Christa Mayerhofer bestimmte den Löwenanteil des Programms mit einer Reihe von Frauenfiguren, die sich im Plauderton über Gott und die Welt auslassen.

Da ist sie mal die kasachische Mama, die blauäugig vom Sohn berichtet, der in seinem Zimmer in kleinen Plastiktütchen „eine Apotheke“ betreibt. Warum sich die Polizei für diese interessiert, ist ihr ein Rätsel.

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Berliner Gassenhauer und rote Rosen

Oder sie ist die „Christl von d’r Alm“, die zudringliche männliche Touristen mit Kaffee bekämpft, den sie brühheiß auf den Schritt der Galane kippt – „Heißer Kaffee kühlt hitzige Männer ab“.

Überhaupt: Alle Probleme zwischen Mann und Frau seien mit heißem Kaffee und einer „Mischtgabl“ zu lösen. Der Exkurs ins Politische zeigte Längen und auch einen Mangel an heißen Pointen; dass Politiker „sich die Taschen voll machen“, hört man hinreichend oft auch am Stammtisch.

Dafür traf die mit trefflicher Sicherheit angelegte Milieustudie einer älteren Frau, die sich mit kleinen sexuellen Gefälligkeiten die kaum existente Rente aufbessert ins Schwarze. „Die Renten sind sicher. Sicher zu wenig!“ Karl Valentins trauriger Witz lugte da um die Ecke. Warum Corina Wagner als witzig rezitierende und singende Wuchtbrumme recht wenig zum Einsatz kam, mag manchen Besucher gewundert haben.

Spaß mit Kakerlakenpralinen

Die Autorin und Sängerin spaßte mit Kakerlakenpralinen, geizte nicht mit schusseligem Trude-Herr-Schmiss beim Berliner Gassenhauer „Aber schön muss se’ sein!“ und traute sich auch den direkten Kontakt mit dem Publikum zu.

Zuletzt ließ sie sich beim Knef-Klassiker „Für mich soll’s rote Rosen regnen“ mit Rosen bewerfen und machte den Schmalzhit „Besame mucho“ zur Slapsticknummer. Viel Applaus im gut besetzten Neu-Ulmer Theater zu dieser (meistens) kurzweiligen Witzwundertüte.

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