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Inklusion

09.11.2017

Lebenshilfe betreibt neues Museumscafé

Noch ist die Küche leer. Doch Museumsleiterin Helga Gutbrod (links) und Kulturdezernent Ralph Seiffert freuen sich auf das neue Café.
Bild: Alexander Kaya

Das Lokal am Petrusplatz soll Menschen mit Behinderung eine Perspektive bieten

Was die Motivation der Lebenshilfe Donau-Iller ist, steht auf den Visitenkarten der Mitarbeiter: „Inklusion menschlich und innovativ gestalten.“ Bald könnte dieser Leitsatz auch auf Speisekarten stehen. Denn die Organisation will das gastronomische Angebot in Neu-Ulm bereichern – und ein inklusives Café mit 40 Plätzen im Edwin-Scharff-Museum eröffnen. Start soll Ende Februar 2018 sein, wenn auch das Museum nach dem Umbau Wiedereröffnung feiert.

Die Verhandlungen zwischen der Stadt Neu-Ulm und der Lebenshilfe laufen bereits seit einigen Monaten, wie der zuständige Fachbereichsleiter Ralph Seiffert und Museumschefin Helga Gutbrod bestätigen. Die Idee eines inklusiven, also von Menschen mit Behinderung mitbetriebenen Cafés kam den Verantwortlichen aus zwei Gründen: Zum einen, weil sich das Museum selbst mehr Inklusion zum Ziel gesetzt hat; so soll es in der Dauerausstellung künftig Audioguides, Tastbilder und Gebärdenführungen geben. Zum anderen haben Seiffert zufolge Analysen gezeigt, dass ein gewöhnliches Café dort kaum wirtschaftlich zu führen wäre. Die Verwaltung kontaktierte die Lebenshilfe – und die war angetan von der Idee. Auch, weil die Stadt auf Geld verzichtet: Die Organisation zahlt nur die Nebenkosten in dem (dann komplett ausgestatteten) Café, eine Pacht fällt erst an, wenn dieses Gewinn abwirft. Im Gegenzug bekommt die Stadt Verlässlichkeit: Der Pachtvertrag läuft zehn Jahre. So lange hat es dort noch kein Pächter ausgehalten.

Dass die Rahmenbedingungen nicht einfach sind, sei der Lebenshilfe durchaus bewusst, sagt Geschäftsführer Jürgen Heinz: „Es ist eine Herausforderung, wenn Kultur und Inklusion zusammengehen.“ Das Café wird als Projekt der Donau-Iller-Werkstätten geführt werden. Bis zu zehn Mitarbeiter mit verschiedenen Graden von Behinderungen sollen sich dort, angeleitet von vier Betreuern, weiterentwickeln und eventuell für Jobs bei der lebenshilfeeigenen Inklusionsfirma Adis oder auf dem normalen Arbeitsmarkt qualifizieren. Gastronomisches Know-how ist bei der Lebenshilfe vorhanden: Sie betreibt unter anderem die Mensa am Kolleg der Schulbrüder in Illertissen und das „Café Mittendrin“ im Ulmer Seniorenstift Curanum. Dazu hebt Roland Bader, Gesamtleiter der Werkstätten, die positiven Effekte für und durch andere Bereiche hervor: Das Lokal soll mit Lebensmitteln aus dem eigenen Cap-Markt im Donaucenter und Gemüse von der Lebenshilfe-Gärtnerei St. Moritz beliefert werden.

Was erwartet die Besucher am Petrusplatz? Laut Bader will man besonders auf Frühstück setzen: Deswegen wird das Café schon morgens, also vor dem Museum, die Pforten öffnen. Das Angebot wird ergänzt durch Snacks und einfachere Gerichte in der Mittagszeit und Kaffee und Kuchen am Nachmittag. Die Speisen sollen in der Küche vor Ort zubereitet werden; geplant sind unter anderem Pfannkuchen-Variationen. Abends sowie am Montag bleibt das Café zu. Für Veranstaltungen im Museum und im Museumshof übernimmt das Team jedoch das Catering.

Eines steht schon fest: Das Lokal ist ein Novum. Laut Museumsleiterin Gutbrod ist es das erste inklusive Museumscafé Bayerns. Noch dazu in zentraler Lage. Für die Lebenshilfe ist gerade dies ein besonderer Reiz, wie Geschäftsführer Heinz sagt: Man könne so den Menschen zeigen, wie sehr die Gesellschaft von Vielfalt profitiere. Das sei gerade in der heutigen Zeit wichtig.

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