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16.11.2018

Liebe Stadt Ulm: Bitte nicht am Kindeswohl sparen

Ein bislang Unbekannter hat laut Polizeibericht in Dillingen einem 39-Jährigen mit der Faust ins Gesicht geschlagen.
Bild: Ralf Lienert (Symbolfoto)

Der hoffnungslos überlastete Ulmer Kinderschutzbund muss Kinder, die wegen ihrer Gewalterfahrung Hilfe suchen, wieder nachhause schicken. Das darf nicht sein.

Es ist ein Skandal. Anders lässt sich die Tatsache nicht benennen, dass der Ortsverband Ulm/Neu-Ulm des Kinderschutzbundes in diesem Jahr über 100 Kinder, die Gewalt erfahren mussten, die Beratung verweigern musste. Nicht, weil Bettina Müller und ihr Team nicht helfen wollen. Nein, der Skandal ist, dass eine solch bedeutende Einrichtung derart unterfinanziert ist. Wie Müller berichtet könne, selbst das derzeitige Arbeitspensum nur durch private Spender bewältigt werden. Doch hier ist die öffentliche Hand gefragt, die Kinder nicht im Regen stehen zu lassen. Denn wer sich an die Beratungsstelle wendet, der hat wirklich Probleme. Wer gesteht sich selbst gerne ein, dass die Sorgen um die Kinder zu groß erscheinen, die Beziehungen nicht mehr tragen und Lösungen nicht in Sicht sind? Der Artikel dazu steht hier: Gewalt gegen Kinder nimmt in Ulm zu

Ein anderes Beispiel für die massive Unterfinanzierung: Wartezeiten von bis zu acht Monaten eines Begleiteten Umgangs gibt es in Ulm, weil die Fachkräfte hoffnungslos überlastet sind. Dabei ist auch bei schwierigen Familiensituationen der Erhalt des Eltern-Kind-Kontaktes sehr wichtig für eine gesunde Entwicklung der Kleinen.

Ja, die Stadt Ulm hat sich im Zuge der Budgetvereinbarung für die Jahre 2019 bis 2021 zu Mehrausgaben durchgerungen. Zwar schießt Ulm mit 126700 Euro im kommenden Jahr fast 20000 Euro mehr zu als 2014. Doch das ist immer noch viel, viel zu wenig.

Am Kindeswohl zu sparen, ist das falsche Ende. Irgendwann bekommt Ulm dafür eine dicke Rechnung: Denn die schiefe Bahn auf der sich Familien mit Gewaltproblematik bewegen nach vielen Jahren zu begradigen, ist mit ihren vielen Folgewirkungen noch weit teurer.

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