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27.02.2009

Massiver Stellenabbau bei Harman/Becker

Ulm (AZ) - Der badische Automobilzulieferer Harman/Becker plant laut IG Metall Ulm bis Juni 2010, knapp 1000 der deutschlandweit rund 3800 Mitarbeiter zu entlassen. Nach einem Gespräch mit den Betriebsräten wurde nun bekannt gegeben, dass von der Reduktion besonders die Bereiche Produktion und Entwicklung an allen Standorten betroffen seien, so auch im Betrieb in der Söflingerstraße in Ulm.

Dort sollen nach Angaben der Geschäftsleitung bis Ende Juni 2010 65 der rund 230 fest angestellten Arbeitnehmer, etwa 30 Prozent der Belegschaft, abgebaut werden. Ulm gilt als Harman-Zentrum für die Sprachsteuerung im Auto.

Ein Teil der Personalreduktion im Bereich Produktion soll auch durch Verlagerung der Arbeitsplätze in einen Betrieb des Konzerns nach Ungarn erfolgen. Die Produktionsfläche an diesem Standort werde derzeit verdoppelt. Der Standort Ulm als reiner Entwicklungsstandort für Telefonie- und Sprachbediensyteme sei durch diese Verlagerung jedoch nicht betroffen, die 65 Stellen würden ersatzlos entfallen. Nach Auffassung der Geschäftsführung könne der IG Metall zufolge die Entwicklung von Sprachbediensystemen zukünftig nicht mehr konkurrenzfähig sein, sie sollen daher in Zukunft von Kooperationspartnern entwickelt werden. In Gesprächen mit den Betriebsräten und Briefen an die Mitarbeiter hat die Geschäftsleitung kommuniziert, dass ihrer Ansicht nach keine Alternative zum geplanten Stellenabbau gibt.

Die Betriebsräte stehen dem reinen Stellenabbau sehr kritisch entgegen, stehen doch unter anderem mit den Veränderungen der Kurzarbeitsregelungen auch andere Mittel zur Verfügung. Noch hätten aber keine Verhandlungen mit der Unternehmensleitung in diese Richtung geführt werden können. Auch "Beratungsgespräche gestalten sich äußerst schwierig", so der Betriebsratsvorsitzende des Ulmer Standorts, Tobias Thorwart.

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