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Ulm

16.07.2019

Mehr Fernzüge sollen künftig in Ulm starten

Der Albabstiegstunnel auf der Trasse gen Stuttgart über Wendlingen ist fertig. In sechs Jahren sollen auf der Neubaustrecke Züge fahren.
Bild: Alexander Kaya

Die Deutsche Bahn sieht das Großprojekt Stuttgart 21 als wesentliche Voraussetzung für den geplanten Deutschland-Takt.

Stuttgart 21 und die Neubaustrecke nach Ulm seien wesentliche Voraussetzungen für den geplanten Deutschland-Takt. Das teilte die Bahn jetzt mit und tritt damit anderslautenden Behauptungen entgegen. Mit jenem Deutschland-Takt, bei dem Züge von 2030 an in regelmäßigen Abständen vernetzt fahren, will die Bundesregierung auch aus Klimaschutzgründen deutlich mehr Menschen auf die Schiene bringen. Auf den wichtigsten Strecken zwischen Großstädten soll alle 30 Minuten eine Verbindung entstehen.

Der Plan zeige, berichtete der SWR, dass der Tiefbahnhof den sogenannten integralen Taktverkehr nach Schweizer Vorbild nicht zulasse. Viele Städte seien von Stuttgart aus nicht im Halbstundentakt erreichbar, durchgehend kürzere Umsteigezeiten seien nicht realisierbar, weil die Kapazitäten im künftigen Tiefbahnhof von Stuttgart 21 nicht ausreichten: die acht Durchgangsgleise und die Zulaufstrecken seien unterdimensioniert. Das Nadelöhr Stuttgart wirke sich großräumig aus. So müssten Fahrgäste aus Mannheim in Ulm 26 Minuten warten, um Richtung Bodensee weiter fahren zu können.

Die Bahn kontert nun schriftlich: Ohne Stuttgart 21 wäre der geplante Deutschland-Takt schlicht nicht möglich. Ein Halbstundentakt im Fernverkehr sei dabei ausdrücklich nicht auf allen, sondern nur auf ausgewählten Achsen geplant. In Baden-Württemberg sind dies die Achsen Mannheim–Karlsruhe–Basel sowie Mannheim–Stuttgart–Ulm. Zwischen Stuttgart und Mannheim beziehungsweise Ulm sind dabei sogar mindestens dreieinhalb Fernzüge pro Stunde und Richtung vorgesehen. In einem S-Bahn-ähnlichen Hochleistungsbetrieb würden sich somit nicht nur Kapazitätsreserven weit über den geplanten Deutschland-Takt hinaus ergeben. Die Fahrzeit von Ulm nach Frankfurt verkürzt sich laut Bahn künftig von 2,19 Stunden auf 1,49 Stunden. Nach Mannheim dauert es künftig nur noch 1,12 Stunden (statt 1,39 Stunden) und Heilbronn ist in 1,21 Stunden (statt 1,52 Stunden) zu erreichen. Nach Stuttgart dauert die Reise künftig nur 31 Minuten (ICE) oder 40 Minuten im Regio.

Der Bahnhof mit einem Kostenrahmen von 8,2 Milliarden Euro soll nach diversen Kostensteigerungen und zeitlichen Verschiebungen 2025 fertig sein. (heo)

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

16.07.2019

Was die Kritiker übersehen, ist das Stuttgart zukünftig ein Durchgangsbahnhof sein wird.

Bisher endeten viele Züge am Stuttgarter Kopfbahnhof. Zukünftig werden die Linien anders laufen. Statt von Ulm nach Stuttgart, geht es von Ulm über Stuttgart nach Tübingen.

Dadurch ist das Gleis viel kürzer belegt. Es gibt keine Bereitstellungen mehr, die 20-30 Minuten Gleis blockieren.



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17.07.2019

Ich glaube Sie kapieren das mit dem integralen Taktfahrplan nicht. S21 ist kein S-Bahn Stammstreckentunnel durch den möglichst viel hindurch soll - S21 ist ein Taktknoten.

Sehen Sie sich einfach mal das Video in diesem Beitrag an:

https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/Stuttgart-21-nicht-fuer-Deutschlandtakt-geeignet,s21-nicht-fuer-deutschlandtakt-geeignet-100.html

Der Beitrag ist auch für jene informativ, die mit ungenügenden 3-gleisigen Lösungen die Verbindung zwischen Augsburg und Ulm über 30 Minuten Abstand halten wollen und so im Deutschland-Takt viele gute Anschlüsse in Augsburg unmöglich machen.

Für Stuttgart muss die Forderung daher lauten, dass 6 oberirdische Gleise erst nach tatsächlichem Funktionsnachweis der Tunnelstrecke abgerissen und überbaut werden dürfen.

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17.07.2019

Doch, aber der Bericht des SWR beinhaltet Unwahrheiten, dass hat die Bahn auch klar herausgestellt.

Lesen Sie hierzu die Stellungsnahme: http://www.bahnprojekt-stuttgart-ulm.de/mediathek/detail/media/deutschland-takt-im-bahnverkehr/mediaParameter/show/Medium/

Im übrigen wird selbst in der Schweiz alle 2 Jahre der ITF angepaßt. Teilweise sind auch Städte in der Schweiz auch große Städte wie Biel oder Lousanne nicht im ITF integriert.

In Deutschland wird sicherlich nach Einführung des ITF auch Nachbesserungen notwendig. Oftsind hier große Investitionen notwendig, z.B. wird ja die Strecke Ulm - Friedrichshafen gerade elektrifiziert, um damit auch höhere Geschwindigkeiten erreichen zu können. Und - ich als Vielfahrer der Bahn weiß - dass es manchmal einfach besser ist, eine Umsteigezeit von 10-15 Minuten zu haben, da Züge sich durchaus mal verspäten.

In Ulm passiert es bereits jetzt regelmäßig, dass Leute aus dem ICE die Bahn nach Friedrichshafen knapp verpassen, weil der ICE verspätet ist.

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