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Ehrenamt

25.03.2014

Mit Feuereifer bauen sie das Spritzenhaus um

Grobes Werkzeug statt filigraner Instrumente: Mitglieder der Feuerwehrkapelle renovieren das alte Spritzenhaus.
Bild: Inge Pflüger

Musiker der Feuerwehrkapelle in Pfuhl krempeln in ihrer Freizeit die Ärmel hoch und arbeiten an einem neuen Proberaum

Statt auf den Instrumenten zu spielen, krempeln sie jeden Samstag die Ärmel hoch und aktivieren ihre Muskelkraft: Die Frauen und Männer der Feuerwehrkapelle Pfuhl sind seit Februar mit Feuereifer dabei, das ehemalige Gerätehaus der Feuerwehr an der Hauptstraße umzubauen. Neben Mietwohnungen entsteht im Erdgeschoss ein großflächiger Probenraum. Sie hoffen, dass sie Ende 2015 ins neue Domizil einziehen können, informiert Dritter Vorsitzender Martin Fischer vor Ort.

Fast euphorisch könnte man es bezeichnen, wie sich die Musiker, ob alt oder jung, ihrem Projekt widmen. Die NUZ besuchte am Samstagmorgen die „Hobbybauer“. Durchschnittlich arbeiten zehn Frauen und Männer am Samstag, während der Wochentage sind meist etliche Rentner – unter anderem Väter aktiver Musiker – am Werkeln. Und die Stimmung war bestens.

Jedoch gab es viel Vorarbeiten in den vergangenen zwei Jahren zu bewältigen, bis es überhaupt zum Abschluss mit der Stadt gekommen sei, blickt der 46-jährige Martin Fischer zurück. Speziell als es um den Erbbaupachtvertrag gegangen sei. Der war dann zum 1. Dezember 2013 in trockenen Tüchern (laut Fischer auf 30 Jahre ausgelegt, wie bei Vereinen üblich).

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Wie unsere Zeitung bereits 2011 berichtete, wurde dazu von der Stadt parallel ein Wertgutachten eingeholt, das der Immobilie einen Wert von 70000 Euro bescheinigte. Fischer selbst wollte diesen Betrag nicht nennen, bescheinigte aber, dass sich letztlich der Kaufpreis um 20000 Euro minderte, da sich die Vereinsmitglieder gegenüber der Stadt bereit erklärten, den maladen Kanal im Innern des Gebäudes vollständig auszutauschen und herzurichten, dies passierte bereits.

Zwar stimmte die Hülle der Immobilie, doch ihr Innenleben stellte die Musiker vor große Aufgaben. Rund acht Wochen wurde denn auch ausgebuddelt und neue Rohre verlegt oder mehrere Dach-Isolierungsschichten entfernt, Mauern versetzt oder neue Toiletten gebaut und vieles andere mehr. Insgesamt kalkuliert der Verein mit einem Gesamtvolumen von rund 670000 Euro. Überwiegend in Eigenleistungen entsteht der Umbau. Neben der bereits seit Jahren vermieteten Wohnung im ersten Stockwerk, entsteht auf diesem Stockwerk zusätzlich eine Zwei-Zimmer-Wohnung. Im Dachgeschoss entstehen eine moderne weitläufige Drei-Zimmer-Mietwohnung samt zusätzlichem Westbalkon sowie in eine Zwei-Zimmer-Wohnung. Nach wie vor bleibt das alte Mietverhältnis im ersten Stockwerk mit den bisherigen Mietern bestehen, versicherte Martin Fischer. Deshalb habe der Verein die Mieter sehr früh ins Boot geholt, damit sie über die Umbauphase Bescheid wissen.

Bisher klappe die Zusammenarbeit mit Mieter und den Musikern bestens. Jeden Samstagabend, nach getaner Arbeit, würde denn auch das Treppenhaus wieder tipp topp gefegt, sagt Fischer lachend. Zugleich seien alle motiviert und mit Leib und Seele bei der ungewöhnlichen Arbeit. Die Frauen würden zugleich fürs Essen sorgen und der Mieter spendiere auch mal Kaffee.

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