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Kukulimu

14.01.2019

Mit Franz Martin Kuen um die Welt

Leidenschaftlich spielten die Musikerinnen auf ihren Instrumenten beim zweiten Neujahrskonzert von „Kukulimu“.
Bild: Horst Hörger

Beim zweiten Neujahrskonzert beeindrucken die Musiker mit ihrem Können – und lassen auf die Zukunft hoffen

Künstler, allen voran die Maler, pflegten auf Reisen Erfahrungen zu sammeln, sich weiterzubilden, neue Kulturen kennenzulernen. Gerade Italien mit seiner Fülle an Renaissance- und Barockschätzen bot ein begehrtes Ziel. So hielt es auch Franz Martin Kuen, der sich südlich der Alpen vor allem von Giovanni Battista Tiepolo beeinflussen ließ. Diese historische Begebenheit bot den äußeren Rahmen für das zweite Neujahrskonzert der jungen Abteilung „Kukulimu“ des Heimat- und Museumsvereins Weißenhorn. Hinter dem lustig klingenden Wort verbirgt sich die Intention der Mitglieder: Kunst, Kultur, Literatur und Musik gemeinsam zu gestalten. So luden die sechs Musiker und vier Sänger für gut zwei Stunden dazu ein, das Hier und Heute zu vergessen, und sich auf eine musikalische Weltreise zu begeben. Nach einer kurzen Eröffnungsansprache des Vorsitzenden Ulrich Hoffmann war der Zuhörer bereits in der italienischen Melodienvielfalt angekommen. Ob Neapolitanischer Walzer oder die kunstvoll dargebotenen Auszüge aus Verdis La Traviata, das Publikum war begeistert. Eindrucksvoll, mit welcher Leidenschaft die Instrumente (Ute und Akira Sagawa: Klavier, Naomi Sagawa: Cello, Megan Wood: Klarinette, Rebekka Mach: Violine, Diana Kempfle: Querflöte) regelrecht gelebt wurden. Hier gestrichen, gezupft, tremoliert: Das Klangerlebnis hallte, nicht zuletzt der ausgezeichneten Akustik gedankt, im Ratssaal wider und verleitete zum Träumen.

Über Spanien, hier die von der Sopranistin Krimi Dornach äußerst empathisch dargebotene „Habanera“ aus George Bizets „Carmen“, setzte sich die Fahrt mit dem „Allegro appassionato“ von Camille Saint-Saëns nach Frankreich fort. Als Reiseleiterin fungierte mit kurzen, aber durchaus launigen Texten die junge Naomi Sagawa. Passend zur gegenwärtigen Jahreszeit bot dann auch die „Petersburger Schlittenfahrt“ eine Reminiszenz an Russland und gleichzeitig das Finale des ersten Teils.

Nach der Pause stand vermehrt die vokale Darbietung im Vordergrund, wobei die vier Sängerinnen und Sänger (Krimi Dornach: Sopran, Mary Sukale: Alt, Rudolf Schock: Bass, Stefan Schneider: Tenor) aus dem Vollen schöpften. Beeindruckend die Harmonie zwischen den Stimmlagen, was die Quartette zum reinen Hörergenuss gestaltete. Nachdem ein kurzer Abstecher die mittel- und osteuropäischen Länder berührte, unter anderem mit Melodien von Béla Bartók und Antonin Dvorak, wagten die Musiker den Sprung über den Großen Teich. Passend hierzu das von Megan Wood auf dem Saxofon geschmeidig präsentierte und von Akira Sagawa gefühlvoll begleitete „New York, New York“ von Frank Sinatra. Nach zwei, auch mimisch wunderbaren Auszügen aus der „West Side Story“ von Arthur Laurents stellte sich die Sehnsucht nach dem alten Kontinent wieder ein. Allerdings könne man sich, so Naomi Sagawa, in England nicht lange aufhalten: Wer weiß, ob denn nach dem Brexit die Reisepässe noch gültig sind. So wurde der Zwischenstopp mit einer gehörigen Prise Humor ausstaffiert: Die mit typischen englischen Kopfbedeckungen versehenen Künstler brillierten zum Abschluss über das Miss Marple Thema. Man hatte den Eindruck, gleich komme die schrullige Alte um die Ecke. Lang anhaltender Applaus wurde mit einer zweifachen Zugabe von „Ich hätt’ getanzt heut Nacht“ belohnt. Es bleibt zu wünschen, dass sich diese Neujahrskonzerte fest im Veranstaltungskalender etablieren.

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