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Meßhofen

21.12.2020

Möbel mit Botschaft: Ein Tüftler aus Meßhofen baut ein Himmelbett

Zwei Jahrzehnte hat Albert Walter aus Meßhofen an diesem Möbelstück getüftelt, geschreinert und gemalt. Das Himmelbett ist voller Botschaften.
Bild: Andreas Brücken

Plus Albert Walter aus Meßhofen bei Roggenburg hat fast 20 Jahre an seinem Himmelbett gearbeitet. Jetzt präsentiert er das Handwerksstück mit Stolz.

Mit dem Slogan „wohnst du noch, oder lebst du schon“ warb vor einigen Jahren ein schwedischer Möbelriese. Eine Frage, die auch auf die Arbeit von Albert Walter aus Meßhofen zutreffen könnte. Doch ist der Werbespruch des Einrichtungshauses wahrscheinlich auch schon das Einzige, was die beiden verbindet. Besonders, weil Walter seine Möbel, sein Haus und seine gesamte Umgebung nicht nur als zweckmäßige Unterkunft sieht. Schränke aus Spanplatten, Stühle aus Kunststoff oder Fensterrahmen aus Plastik sind hier nicht zu finden. „Mein Haus ist meine Heimat, in der ich mich geborgen fühle“, erklärt der pensionierte Schreiner. Vor fast 30 Jahren hatte er das Gebäude erstanden. Mit viel Liebe zum Detail und Fachkenntnis renovierte der leidenschaftliche Schreiner das rund 170 Jahre alte Fachwerkgebäude und schwärmt von den traditionellen Arbeitsmethoden: „Die alten Handwerker sind meine Vorbilder.“

Albert Walter hat 20 Jahre an seinem Himmelbett getüftelt und gemalt

Ein besonderes Schmuckstück in dem Haus ist dabei zweifelsfrei das hängende Wasserbett. „Der Himmel auf Erden“ ist in goldenen altdeutschen Buchstaben zu lesen, die auf einem massiven Holzbalken aufgemalt sind. Hauchdünne Vorhänge hüllen die gemütliche Schlafstätte ein. Ein Bild aus der Sixtinischen Kapelle schmückt die Decke über dem Bett. Ein Puzzle aus 8000 Teilen hat Walter dafür zusammengesetzt und in einen vergoldeten Rahmen gelegt. Auf den Riegeln der Holzkonstruktion sind Begriffe wie „Frieden“, „Gerechtigkeit“ oder „Glück“ zu lesen. Auch die Zehn Gebote sind rund um das Bett, auf Münzen geprägt, zu sehen. Etwa 20 Jahre hat Walter für sein Himmelbett getüftelt, geschreinert und gemalt.

Albert Walters Möbel stehen für Werte und Traditionen

Doch schnell wird dem Besucher klar, dass dieses Bett nicht nur ein Einrichtungsgegenstand ist, vielmehr ist das Möbel eine Stellungnahme für Werte und Traditionen. „Ich hänge sehr an der alten Zeit, als man mit der Milchkanne durch das Dorf gelaufen ist und die Bauern auf dem eigenen Hof geschlachtet haben“, sagt der Handwerker und wirft dabei einen kritischen Blick in die Gegenwart: „Auch wenn heute die Lebensmittel hygienischer und frei von Allergenen sein sollen, sind die Menschen trotzdem nicht gesünder.“

Auch wenn der Handwerker aus gesundheitlichen Gründen nur noch wenige Stunden täglich in der Werkstatt stehen kann, scheut er die Arbeit nicht. Vielmehr sei die Zeit in seiner Werkstatt für ihn wie eine Therapie gegen den alltäglichen Frust. Und damit hegt Walter neue Zukunftspläne: Der benachbarte Stadel soll renoviert werden: Die Entwürfe für das ehrgeizige Projekt sind schon erstellt und erste Holzlieferungen sind schon eingegangen.

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